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Bret Easton Ellis: „Schreiben wirkt besser als echte Drogen“

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Bret Easton Ellis
US-Schriftsteller Bret Easton Ellis 2013 in Venedig. © Ettore Ferrari/ANSA/dpa

„American Psycho“-Autor Bret Easton Ellis hat nur einmal versucht, unter dem Einfluss von Drogen zu schreiben. Heute braucht er den Rausch nicht mehr - oder findet ihn vielmehr in seinem Schaffen.

München - Schriftsteller Bret Easton Ellis (58) hat seine Bücher nach eigenen Worten nicht unter Drogeneinfluss geschrieben. Nur ein einziges Mal habe er es versucht, als er 1983 an der ersten Version von „Unter Null“ gearbeitet habe, sagte er in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“. „Danach nie, nie wieder. Ich habe in meinem ganzen Leben nie betrunken und nie auf Drogen geschrieben.“

Allerdings belohnte sich der Autor von „American Psycho“ für das Schreiben früher mit Drogen - kontrolliert und zur Entspannung. Mit 44 oder 45 Jahren habe er aufgehört. Heute trinke er nur noch Cocktails. Ihm mache das Schreiben eines Buchs mehr Spaß als jede Droge. „Die Droge Schreiben wirkt viel besser als alle echten Drogen.“

Besondere Verbindung zu Büchern und Filmen

Schon in seiner Schulzeit hätten ihn Bücher beschützt, sagte er. Er, der sich als Einzelgänger sieht, konnte darin verschwinden. Mit ihnen und mit Filmen sei er nicht allein gewesen. „Meinen Klassenkameraden gegenüber fühlte ich mich fremd, was hauptsächlich damit zu tun hatte, dass ich schwul war und es nicht sagen konnte.“ Popsongs, die von heterosexueller Sehnsucht handelten, habe er sich immer erst übersetzen müssen. „Das brachte mich in Distanz zu allem - aber genau das machte mich auch zum Schriftsteller.“

Ellis' neuer Roman „The Shards“ erscheint am 17. Januar auf Deutsch. dpa

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