Buchmesse 

Börsenvereins-Vorsteher: Abwärtsspirale im Buchhandel gestoppt

Heinrich Riethmüller, der scheidende Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, blickt positiv in die Zukunft der Branche: In 2018 sei die Zahl der Buchkäufer um 300.000 gestiegen. 

Kurz vor der Frankfurter Buchmesse sieht der scheidende Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels für die Branche Licht am Horizont. „Wir haben die Abwärtsspirale aufhalten können“, sagte Heinrich Riethmüller im Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Im Jahr 2018 ist die Zahl der Buchkäufer wieder um 300 000 gestiegen. Ob das eine Trendwende ist, weiß ich nicht, aber es geht langsam wieder aufwärts.“

Die Frankfurter Buchmesse wird am Abend des 15. Oktober eröffnet und schließt am 20. Oktober. Damit endet dann nach sechs Jahren auch Riethmüllers Amtszeit.

Den Buchhandlungen in Deutschland rät Riethmüller zum Abschied, sich miteinander gegen die Konkurrenz aus dem Internet zu verbünden. „Wenn jeder Buchhändler sein eigenes Süppchen kocht, werden wir gegen Amazon nicht bestehen können“, sagte er: „Amazon macht als Online-Händler einen verdammt guten Job.“

Bündnis gegen Amazon 

Der 63-Jährige ist Inhaber der Osianderschen Buchhandlung. Zu dem 1596 in Tübingen gegründeten Familienunternehmen gehören inzwischen über 60 Buchhandlungen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist der gemeinsame Dachverband für Verlage, Buchhändler und den Zwischenhandel. Er ist für die Buchmesse verantwortlich und vergibt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels sowie den Deutschen Buchpreis. Auf den Buchhändler Riethmüller folgt die Mainzer Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs.

Seiner Nachfolgerin wünscht Riethmüller, „dass sie die Einheit des Verbandes erhalten kann, dass es ihr gelingt, das Urheberrecht fest zu verankern, und dass die Buchpreisbindung erhalten bleibt“. Schmidt-Friderichs wünscht sich “mehr Selbstbewusstsein in der Buchbranche“, wie sie im September im Gespräch mit der dpa sagte. „Ich wäre glücklich, wenn ich dazu beitragen könnte, den Reichtum und die kulturelle Vielfalt unserer Branche stärker ins Bewusstsein zu bringen.“   (dpa)

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