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Barbara Laugwitz zu dtv: „Größtmögliche verlegerische Freiheit“

  • vonCornelia Geißler
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Und das Karussell dreht sich weiter: Barbara Laugwitz geht von Ullstein zu dtv.

Es ist für Leser nicht egal, wer einen Verlag leitet. Die jüngste Nachricht aus dem Personalkarussell der Buchbranche hat auch eine Bedeutung für die Bücher, die künftig gelesen werden wollen. Vor reichlich zwei Jahren war Barbara Laugwitz zu Ullstein nach Berlin gekommen, nachdem man ihr bei Rowohlt in (damals noch Reinbek bei) Hamburg die Zusammenarbeit aufgekündigt hatte. Nun wird sie Chefin von dtv.

In der Zwischenzeit hat sich Ullstein verändert. Man kennt das von überall, dass neue Chefs Mitarbeiter mitbringen und andere sich nicht mehr wohlfühlen. Das sind Interna, die man als Leser zunächst nicht bemerkt. Auffällig war aber, dass Gunnar Cynybulk als verlegerischer Geschäftsführer nicht lange zuvor von Aufbau gekommen, recht bald nach Barbara Laugwitz’ Eintritt Ullstein verließ. Leser werden vielleicht gesehen haben, dass die neue Verlegerin den früheren Claassen-Verlag als Marke innerhalb Ullsteins wiederbelebt hat, sie wollte hier das Besondere unterbringen. Unter den Claassen-Titel im Frühjahr waren Christian Barons „Mann seiner Klasse“ und Bov Bjergs „Serpentinen“. Bov Bjerg war mit Cynybulk zum Verlag gelangt.

Aus den Mitteilungen aus dem Hause dtv, das längst nicht mehr nur Paperbacks produziert, wie der Name Deutscher Taschenbuchverlag noch nahelegt, strahlt Freude. Der Spitzenposten war vakant, und die Neue hat sich ja als Frau mit auffälligem Gespür für erfolgreiche Bücher erwiesen. Aus der von Barbara Laugwitz verfassten Meldung deutet ein Halbsatz auf Hintergründe. Dass sie Ullstein nach nur kurzer Zeit wieder verlasse, „um zu einem Ort größtmöglicher verlegerischer Freiheit zu wechseln“, sei ihr nicht leichtgefallen, schreibt sie.

Ullstein gehört zur Gruppe Bonnier Media Deutschland, die Teil eines von Schweden aus operierenden internationalen Konzerns ist. Dtv wird von vier konzernunabhängigen Verlagsgruppen als Gesellschafter betrieben. Es ist auch für Verlegerinnen nicht egal, wo sie die Chefin sind.

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