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In der Welt von Amanda Cross: Hierhin und dorthin steckt „Ermittlerin“ Fansler im New York der 60er ihre Nase.
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In der Welt von Amanda Cross: Hierhin und dorthin steckt „Ermittlerin“ Fansler im New York der 60er ihre Nase.

Krimi-Pionierin

Amanda Cross und die Kate-Fansler-Krimis: Nur unterbrechen darf man sie nicht

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Eine pfiffige Frau in New York: Die Kate-Fansler-Krimis von Amanda Cross.

Carolyn Gold Heilbrun (1926-2003) war Literaturwissenschaftlerin und Feministin, lehrte an der New Yorker Columbia University, wurde dort 1986 Direktorin eines neuen Forschungsinstitutes für Frauenfragen – und schrieb unter dem Pseudonym Amanda Cross 13 Kriminalromane mit einer pfiffigen Detektivin namens Kate Fansler, die eigentlich Unidozentin ist. Der Schweizer Verlag Dörlemann, mit einem Händchen für Wiederentdeckungen, will sich jetzt Heilbrun/Cross annehmen, denn einige dtv-Ausgaben aus den 90ern sind längst vergriffen.

Das Buch

Amanda Cross: Die letzte Analyse. Kriminalroman. A. d. Engl. von Monika Blaich, Klaus Kamberger. Dörlemann 2021. 336 S., 18 Euro.

„Gefährliche Praxis“ hieß der erste Band einst bei dtv, nun erscheint er als „Die letzte Analyse“. Menschen, die zu einer Telefonzelle gehen müssen, um jemanden anrufen zu können; Paare, die nicht furchtbar reich sind, aber eine Haushälterin oder ein Kindermädchen haben; und gerade (1964) gehört es unter Intellektuellen offenbar zum guten Ton, zu einem Psychoanalytiker zu gehen. Nicht nur dieser erste Fall für die überall keck ihre Nase hinein steckende Literaturwissenschaftlerin Kate Fansler wirkt heutzutage natürlich retro, mag wegen des Schauplatzes New York auch an einen alten Woody-Allen-Film erinnern – Cross’ Krimis waren aber einst ein emanzipatorischer Meilenstein und sicher auch eine Inspiration für nachfolgende Autorinnen. Kate Fansler kombiniert nicht nur besser als die Polizei, sie redet andere auch gern mal schwindelig („unterbrich mich nicht“ ist einer ihrer Lieblingssätze) und sie heuert einen jungen Mann als Hilfe an. Um fürs Erste einen Freund rauszuhauen, den Psychoanalytiker Emanuel, auf dessen Couch eine schöne junge Frau erstochen wird. Dummerweise war er zu der Zeit in Manhattan spazieren, allein, war seine möglicherweise doch eifersüchtige Frau spazieren, allein, so haben sie beide kein Alibi.

Recherche bis auf die Haut

„Die letzte Analyse“ ist ein veritabler Whodunnit, mit Rätselraten bis zum Schluss und einer Überführung des Täters, für die es wichtig ist, dass er sich splitterfasernackt auszieht. Aber auch wem am Mördertippen nicht viel liegt, der kann doch seinen Spaß haben an der List, Gewitztheit und Schlagfertigkeit der Heldin, ihrer literarischen Bildung und dem Gebrauch derselben bei der Lösung des Falles. Ein Amüsement weit über dem Niveau der meisten Unterhaltungskrimis.

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