Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Annette Pehnt

Alles so fremd hier

  • Judith von Sternburg
    vonJudith von Sternburg
    schließen

Annette Pehnt mit ihrem Roman „Alles was Sie sehen ist neu“ im Literaturhaus-Livestream.

Annette Pehnts Roman mit dem immer noch irritierend interpunktionslosen Titel „Alles was Sie sehen ist neu“ ist von den vergangenen Monaten zwar gebeutelt worden, zugleich hat er aber an Faszination gewonnen. Der Ausgangspunkt, eine touristische Fernreise und das Gefüge einer zusammengewürfelten Menschengruppe, die sogleich damit beginnt, sich zu formieren, scheint in ungreifbare Ferne gerückt. Als Forschungsfeld sei das Thema Gruppenbildung vielleicht derzeit umso interessanter, sagte Pehnt nur ein bisschen scherzhaft im Frankfurter Literaturhaus, wo sie zusammen mit dem Literaturkritiker Christoph Schröder das Buch vorstellte. Wenigstens von einem vertrauten Ort aus angestreamt zu werden, war dabei erneut angenehm – diese Situation ist im leeren Saal mit Sicherheit anstrengender als hier draußen.

Vieles, was einem beim Lesen verschlungen vorgekommen sein mag, wurde in Pehnts geradelinigen Überlegungen nicht unkomplizierter, aber direkter. Eine Reise mit dem eigenen Vater hatte sie auf die Idee gebracht. Das Reiseziel China habe sie nicht beim Namen nennen wollen, um sich mehr Freiheit beim Schreiben zu erlauben. Der rasante Perspektivwechsel nach dem ersten großen Abschnitt spiegele hingegen den Schreibprozess selbst wider. Das Fortfahren auf vertrauter Bahn habe sie nach einer Weile als ungenügend empfunden. Darum kommt es zum Überraschungsschwenk weg von der Reisegruppe hin in die Vergangenheit des Reiseführers. Merkwürdiger Typ. Während man beim Lesen versucht, ihn zu begreifen, sagte Pehnt nun souverän, er sei auch für sie „eine irgendwie leere Figur“. Die Autorin als kompetente Leserin ihre Buchs.

Erfrischend: Auch Pehnt mag besonders die Szene, in der Umgesiedelte beginnen, zwischen Mietskasernen ein ganz kleines Feld anzulegen. Ein Anfang.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare