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Alle Erfindungen vergessen

  • VonChristoph Schröder
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Johannes Muggenthaler mit Niederschlägen und falscher Inderin in der Romanfabrik

Wer die deutschen Autobahnen erfunden habe? Nein, nicht Hitler, die Amerikaner natürlich, die nach dem Krieg die berüchtigte Raserei der Deutschen in geordnete Bahnen lenken wollten.

Wie hoch der Heidelberg ist, erfuhr man dagegen nicht auf Johannes Muggenthalers Lesung in der Romanfabrik. Dafür sollte die seinem im Weidle Verlag erschienenen Roman Regen und andere Niederschläge oder Die falsche Inderin angehängte Lösung des Welträtsels, verfasst vom Guru Swami Jaroslav Prem aus Chandravati, tatsächlich auch in den ganz großen Fragen für Klarheit sorgen: "Schritt für Schritt müssen alle Erfindungen wieder vergessen werden", heißt es da. Oder: "Wenn du unmusikalisch bist, spiele Geige."

Was das mit dem Installationsmeister Ludwig Liebknecht, der Hauptfigur von Muggenthalers Roman zu tun hat?

Das ist in aller Kürze schwer zu erklären, darum nur soviel: Herr Liebknecht glaubt, den Liebhaber seiner Frau ermordet zu haben (in Wahrheit war das Opfer ein Irrtum). Er wechselt seine Identität, verwandelt sich in den Komponisten Silvio Parsefall, zieht in den Stadtteil Aschenffrost, erfreut sich dort an den Bäumen in seinem Garten und beginnt sich für seine Nachbarin zu interessieren, die falsche Inderin eben, die eigentlich aus Heidelberg kommt und der er eines Nachts einen Besuch abstattet, indem er die Rückwand seines Schrankes entfernt - schon steht er im Nachbarhaus. Die falsche Inderin ist es auch, die Silvio von Swami Jaroslav Prem erzählt, der erstaunt darüber ist, dass die Welt ihn, nicht aber er die Welt kennt. Womit wir wieder am Anfang wären.

Nein, nicht ganz: Denn ob es in dieser Groteske überhaupt und wenn ja, wo, einen Anfang gibt und ob ein Ende, muss nach dieser (unterhaltsamen, wenn auch ein wenig blassen) Lesung offen bleiben. Johannes Muggenthaler ist eigentlich eher als Fotograf denn als Schriftsteller bekannt.

Das könnte sich ändern. Seinen Roman jedenfalls hat er mit Fotografien ausgestattet, die mit dem Text bestimmt nichts zu tun haben. Und doch genau dort hinein passen.

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