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Der Hafen von Marseille.
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Der Hafen von Marseille.

Dominique Manotti "Schwarzes Gold"

Aber der Ermittler ist robust

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
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Dominique Manottis neuer Krimi "Schwarzes Gold" über dunkle Machenschaften im Ölhandel.

Die französische Schriftstellerin Dominique Manotti knöpft sich in ihren Kriminalromanen am liebsten die ganz großen Spieler vor: Die Konzernchefs, die Fußballvereinspräsidenten, die Politikergrößen, die Supersponsoren (die mit Eigennutz!), die Unterweltbosse. Manotti, Jahrgang 1942 und gelernte Historikerin, schreibt immer politische Geschichten. Die Strippenzieher und Täuscher dieser Welt sind ihr Thema. Die Polizei hat ihnen nicht furchtbar viel entgegenzusetzen – wenn sie ihnen denn überhaupt etwas entgegensetzen möchte. Und nicht lieber den bequemeren Weg der Korruption wählt.

Der aus anderen Manotti-Krimis bereits bekannte Commissaire Théodore Daquin ist in „Schwarzes Gold“ (das Original erschien vergangenes Jahr) noch so jung wie ehrgeizig – aber schon ziemlich gerissen. Gerade tritt der Pariser in Marseille seinen Dienst an (und Manotti macht ausreichend klar, dass es für einen Pariser kein Spaß ist, in Marseille zu arbeiten), da wird ein zwielichtiger Firmenboss erschossen. Äußerst präzise erschossen, nämlich so, dass der schönen jungen Frau an seiner Seite kein Haar gekrümmt wird. Sie fällt nur in Ohnmacht. Aber kann man ihr deswegen glauben, dass sie den zwielichtigen Firmenboss ganz zufällig getroffen hat?

Man kann Manotti lesen wie im Flug: Kühl, knapp, schnörkellos sind ihre Sätze. Doch äußerst treffsicher. Scheinbar pfeift sie auf Dekor, aber die Atmosphäre schlüpft dennoch durch die Hintertür hinein. Und Théo Daquin, der robuste, Rückschläge wegsteckende, sein Sexleben (mit Männern) ungeniert genießende Ermittler, er ist doch ziemlich vielschichtig und plausibel, obwohl er keine der gängigen Kommissarsmarotten hat. Oder gerade weil er sie nicht hat?

Jedenfalls geht es diesmal um das große, nicht gerade von Korruption freie Rad des Ölhandels, an dem die Hauptbeteiligten dieses Romans drehen. Es ist das Jahr 1973, die mit Öl handelnden Länder hätten gern einen höheren Preis, können sich aber erstmal nicht einigen. Ein Seiteneinsteiger, im Erzhandel zuhause, will mitverdienen. Intrigen werden gesponnen, diskret, tödlich. Denn wenn, finden sie, der Geschäftsübernahme ein Mord vorausgehen muss (oder zwei), dann ist es eben so.

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