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Stimmt, bunt ist die neue Werbung für die Documenta 15.
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Stimmt, bunt ist die neue Werbung für die Documenta 15.

Documenta 15

Weltausstellung im Diskurs-Nebel

  • vonIngeborg Ruthe
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„Bunt“ soll sie werden, die 15. Documenta – sonst ist noch nichts bekannt.

In normalen Zeiten wäre jetzt schon Trubel, würden interessante Leute aus aller Welt durch Kassels Straßen gehen, in Cafés, Restaurants, auf Podien sitzen und „brainstormen“, was Kunst heutzutage leisten soll und kann.

Im Hinterkopf lockt das Datum: Vom 18. Juni bis 25. September 2022 ist wieder Documenta! Es wird die nunmehr 15 Weltausstellung der Gegenwartskunst in der hessischen Stadt am Fuße des bronzenen Herkules sein. Doch der Corona-Lockdown liegt wie Mehltau über dem Projekt: Von der pittoresken Wilhelmshöhe hinab bis zum Friedrichsplatz und der Karlsaue scheint alles im Tiefschlaf zu liegen.

Lediglich das „visuelle Erscheinungsbild“ dieser 15. Ausgabe zeigt bunte Logos und Schrift. Es dominiert zumindest die Fassade des im Corona-Lockdown fest verschlossenen „Ruru-Hauses“, einst zentraler Einkaufstempel der 200 000-Einwohner-Stadt und nun Leitzentrum der Mammutschau.

Neu ist, dass es diesmal keinen Superkurator in der Art eines allmächtigen Impresarios gibt. Mit der indonesischen Gruppe ruangrupa übernahm ein Künstlerkollektiv die Aufgabe. Der Begriff bezeichnet eine Reisscheune, in der überschüssige Ernte zum Wohle der Gemeinschaft gelagert wird. Diese Idee will ruangrupa zur Grundlage der documenta 15 machen. Davon symbolisch abgeleitet ist auch der Name der Leitzentrale im Ruru-Haus am Friedrichsplatz. Fest stehen zudem die zentralen anderen Ausstellungsorte: das Museum Fridericianum, die documenta-Halle. Und, so die Idee der Indonesier, es soll viele Open-Air-Ausstellungen entlang des Flusses Fulda wie auch Kunst-Präsentationen im von Industrie geprägten Ostteil der Stadt geben.

Verschiebung ausgeschlossen! Das entschieden die Documenta-Macher und der Aufsichtsrat unter Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) trotz des abermaligen Corona-Lockdowns. Zugesagt ist eine „auskömmliche“ Finanzierung. Die Summe des Budgets für die „documenta fifteen“ bleibt geheim.

Ein krasses Defizit blieb

Die documenta 14 im Jahr 2017 hatte bekanntlich in die Krise geführt. Finanziell wie auch künstlerisch: 34 Millionen Euro hatte der Etat betragen, ein krasses Defizit von 7,6 Millionen blieb. Das kostete die Geschäftsführerin den Posten, es gab sogar Debatten, die gar Sinn und Zweck der einst im Jahr 1955 von dem Kasseler Künstler und Hochschullehrer Arnold Bode ins Leben gerufenen ehrgeizigen Weltausstellung in Frage stellten.

Die nach dem Finanzdesaster neu berufene Generaldirektorin Sabine Schormann ist zum strengen Haushalten verdammt. Außerdem soll diese 15. Documenta sehr viel weniger didaktisch und nicht so schwer verständlich sein wie die vorherige. Sie soll bunt, packend, sinnlich und populär werden.

Noch weiß keiner, wie das aussehen soll. Kein künstlerisches Konzept ist erkennbar, keine Namen auf den Teilnehmerlisten werden genannt. Die Vorbereitung ist ein fast ausschließlich digitaler Prozess. Das Grundkonzept von ruangrupa, so die diffuse Auskunft, basiere auf Kommunikation, Diskurs und nachhaltigen Perspektiven für Kunst und Kultur. Wann wird dieser Wortnebel sich lichten? Und was kommt dann zum Vorschein?

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