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Elizabeth Price vor  ihrer Videowand in der Tate Britain.
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Elizabeth Price vor ihrer Videowand in der Tate Britain.

Elizabeth Price

Turner-Preis: Sieg einer Schüchternen

Die britische Videoartistin Elizabeth Price erhält den oft umstrittenen Turner-Preis. Die 46-Jährige überzeugt mit ihrer Mischung aus Ästhetik und Zeitkritik, Verführung und Strenge.

Wieder einmal ist der so begehrte wie in seiner Geschichte seit 1984 auch bisweilen umstrittene britische Turner-Preis, benannt nach dem Maler William Turner (1775-1851), gut für eine Überraschung. Aber diesmal kam es bei der Nominierten-Schau und der Preisgala in der Nacht zum Dienstag weder zu Lotterbett-Szenen, 1999 dargeboten von Tracey Emin, noch ging es ums Transvestitentum, wie bei dem 2003 geehrten Keramiker Grayson Perry.

In der Tate Britain stieg etwas in der Kunstszene eher Seltenes aufs Siegerpodest. Die Videokünstlerin Elizabeth Price ist eine Schüchterne, deshalb ging es mit ihrer Karriere als Sängerin einer Londoner Band auch nicht voran. Sie zog sich zurück auf Videokunst, vermischt Archivbilder, Musikvideos, Werbung, setzt sich still, aber kritisch mit verantwortungsloser Konsumkultur auseinander. So benutzt sie etwa tragische Bilder von einem Brand in einem Kaufhaus in Manchester, bei dem zehn Menschen starben.

Jude Law überreicht Preis

Mit der Mischung aus Ästhetik und Zeitkritik, Verführung und Strenge überzeugte die 46-Jährige die Jury – und erhielt aus den Händen des Schauspielers Jude Law den Preis – samt Scheck über 25.000?Pfund (31.000?Euro). Noch nie habe sie soviel Geld in der Hand gehabt, jubelte die Schüchterne. „Jetzt kann ich neue Projekte angehen!“

Der Turner-Preis wird seit 1984 vergeben. Zu den Preisträgern gehören zum Beispiel Gilbert & George (1986), Anish Kapoor (1991), Damien Hirst (1995) oder Steve McQueen (1999).

Neben Price waren in diesem Jahr die Künstler Spartacus Chetwynd, Luke Fowler und Paul Noble nominiert. Die Zeichnungen des Briten Paul Noble zeigen lebendig gewordene Exkremente, die wilde Orgien feiern. Hinter dem Namen Spartacus Chetwynd verbirgt sich eine Künstlerin, die in einer Nudistenkolonie in Südlondon lebt und mit Freunden und Verwandten surreale Performances veranstaltet. Luke Fowler aus Glasgow ging mit einem Film ins Rennen, der sich um Leben und Wirken des schottischen Psychiaters Ronald D. Laing dreht. Die Künstler präsentierten ihre Arbeiten in der Londoner Tate Modern, bevor die Jury Anfang Dezember den Gewinner bekanntgibt. (ir., mit dpa)

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