NS-Raubkunst

Ein Signac im Gurlitt-Fundus

Weiteres Gemälde als NS-Raubkunst erkannt

Ein weiteres Gemälde aus dem Kunstfund Gurlitt ist als NS-Raubkunst identifiziert worden. Auf das Werk „Quai de Clichy“ von Paul Signac sei ein Anspruch auf Herausgabe angemeldet worden, teilte das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste am Donnerstag in Magdeburg mit. Sie sei zuversichtlich, dass das Gemälde zügig an Nachkommen eines Opfers nationalsozialistischer Verfolgung zurückgegeben werden könne, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Man stehe bereits mit einer Vertreterin in Kontakt.

Es handelt sich um den siebten aufgedeckten Raubkunstfall aus dem Bestand Cornelius Gurlitt, dem Sohn von Hildebrand Gurlitt, einem Kunsthändler unter den Nationalsozialisten. Im November 2013 war bekannt geworden, dass aus der Münchner Wohnung des inzwischen gestorbenen Sohnes mehr als 1 200 Kunstwerke beschlagnahmt worden waren. Zur Ermittlung der Herkunft der Werke des „Schwabinger Kunstfunds“ war eine Arbeitsgruppe eingesetzt worden. Vier weitere Werke aus dem Bestand von Cornelius Gurlitts Schwester konnten als NS-Raubkunst identifiziert werden. Fünf Werke wurden zurückgegeben.

Gemäß Augenzeugenberichten beschlagnahmten deutsche Soldaten das Gemälde „Quai de Clichy“ im Oktober 1940 im Schloss Les Bouffards 150 Kilometer südlich von Paris. Es gehörte zur Kunstsammlung des jüdischen Immobilienmaklers Gaston Prosper Levy. In den Verlustlisten, die dieser nach dem Zweiten Weltkrieg zusammenstellte, wurde das Werk unter dem Titel „Canal et peniches“ geführt. Über den französischen Kunstmarkt gelangte das Gemälde schließlich in den Besitz von Hildebrand Gurlitt. (kna)

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