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Weltberühmt: Die Dragonervasen in Gäsenfüßchen" gehören zur früheren Sammlung des Kurfürsten von Sachsen.
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Weltberühmt: Die Dragonervasen in Gäsenfüßchen" gehören zur früheren Sammlung des Kurfürsten von Sachsen.

Wettiner Porzellan

Sachsen zahlt Millionen an früheres Königshaus

Die ehemalige Herrscherfamilie von Sachsen erhält vom Land 4,2 Millionen Euro im Gegenzug für 300 wertvolle Porzellane. Der Streit um zwangsverstaatlichte Kunst ist damit noch nicht ganz beigelegt: Das Adelshaus Wettin beansprucht noch Gemälde und Inventar.

Der Freistaat Sachsen zahlt dem Adelshaus Wettin 4,2 Millionen Euro für Porzellan, das nach dem Krieg zwangsverstaatlicht wurde. Das sieht ein Vergleichsvertrag vor, den der Freistaat, das Haus Wettin und die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH am Donnerstag in Dresden unterzeichneten. Der Vergleich betrifft nach Angaben des sächsischen Finanzministeriums rund 300 Porzellanstücke unter anderem aus den weltberühmten Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Der durch die Vereinbarung gesicherte Verbleib der Porzellane in den Ausstellungen sei „von immenser kulturpolitischer Bedeutung“, erklärte der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Martin Roth. Damit könne die Porzellansammlung ihren Ruf „als eine der umfangreichsten und bedeutendsten keramischen Spezialsammlung der Welt sichern“.

Mit dem Porzellanvertrag sind die Verhandlungen über die Rückgabeforderungen der Wettiner allerdings noch nicht beendet. Bis Ende 2012 soll laut Finanzministerium auch eine abschließende Einigung über alle übrigen Kunstschätze wie Gemälde, Bücher und Möbel erzielt werden.

Die Wettiner regierten als Markgrafen, Kurfürsten und Könige mehr als 800 Jahre über das Gebiet des heutigen Freistaates Sachsen, Teile Thüringens und der Lausitz. Im Jahr 1806 wurden die Wettiner Könige von Sachsen. 1918 trat der letzte Sachsenkönig Friedrich August III. ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden seine Nachfahren von der sowjetischen Besatzungsmacht enteignet und verließen Sachsen. In den Museen blieben mehrere tausend Kunstgegenstände zurück, die die Wettiner über die Jahrhunderte gesammelt hatten. Durch das sogenannte Ausgleichsleistungsgesetz von 1994 erhielten die Erben Anspruch auf die Herausgabe der beweglichen Kunstgüter.

Nach langwierigen Verhandlungen schlossen der Freistaat und die Wettiner bereits 1999 einen Vergleichsvertrag, mit dem dem Adelshaus mehr als 18.000 Kunstgegenstände zugesprochen wurden. Rund 12.000 davon kaufte der Freistaat zurück, darunter den Thronsessel von August dem Starken. Außerdem erhielt die Erbengemeinschaft damals Bargeld in Millionenhöhe und Grundstücke. Der Vertrag enthielt allerdings eine Öffnungsklausel, die bei neuen Kunstfunden in den Museen weitere Verhandlungen zusicherte. In den vergangenen Jahren stellten die Wettiner laut Finanzministerium eine Liste mit 3000 Hinweisen auf früheres wettinisches Privateigentum zusammen, die dann auch Basis der Porzellan-Verhandlungen waren.

„Wichtig ist, dass alle fraglichen Porzellane im Land bleiben“, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Mit dem Vertrag ist der Restitutionsstreit mit der früheren Herrscherfamilie zumindest in einem Teil beigelegt. Bis 2012 soll eine endgültige Einigung über alle Kunstschätze gefunden sein. Die Wettiner beanspruchen auch noch Gemälde und Inventar. (afp/dpa)

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