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Neo Rauch, hier mit 59.

Leipziger Schule

Neo Rauch wird 60, aber museal fühlt er sich noch nicht

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Neo Rauch feiert am Samstag seinen 60. Geburtstag und verschiebt seine Leipziger Retrospektive noch um zehn Jahre.

Der Leipziger Neo Rauch, einer der höchstgehandelten Maler der Gegenwart, wird am heutigen Samstag sechzig. Zu diesem Anlass wollte seine Heimatstadt dem Bundesverdienstkreuz-Träger im Sommer eine Retrospektive ausrichten. Mit Schwerpunkt auf die frühen Arbeiten. Leipzigs Museum der Bildenden Künste hatte sich auf diese weitgehend unbekannte Phase – nach Meinung der Kuratoren der Schlüssel zu seinem heutigen Erfolg – konzentriert.

Doch Rauch schlägt das Angebot aus und verschiebt diese Musealisierung um zehn Jahre. Sein Argument: Die Vergangenheit sitze ihm noch zu sehr im Nacken. Er sei noch nicht altersmilde genug, um seine frühen Bilder zu zeigen, jene, die zurückgehen an den „Nullpunkt“, zwischen 1990 und 1995. Das war sozusagen die Zeit „Rauch vor Rauch“, als der globale Kunstmarkt ihn noch nicht im Auge hatte und niemand im Osten für möglich hielt, dass im Jahr 2019 ein Gemälde des Leipzigers für eine Millionen Euro bei Sotheby’s unter den Hammer kommen würde.

Ist ihm sein Frühwerk, das noch neoexpressiv geartet ist, vielleicht peinlich? Heute bezieht er seinen Ruhm als Erzähler seltsam altertümlicher, surrealer und auch privat geprägter Bildgeschichten mit wie aus der Zeit gefallener Figuren-Landschafts-Metaphorik. Gerade in Übersee schwärmen Sammler für Rauchs rätselhafte Bildwelt, für diesen bangen Blick aufs Weltgeschehen, das er ohne Vorzeichnung und mit derben Arbeitshandschuh auf die Leinwand setzt. Eine Methode, um ja nicht in jene feinmalerische Lasurtechnik der „alten Leipziger Schule“ zu verfallen. Rauch, hervorgegangen aus dem Mikrokosmos der untergegangenen DDR, der aus seiner wertkonservativen Einstellung zu gesellschaftlichen Vorgängen keinen Hehl macht und den Neider absurderweise deshalb in die rechte Ecke stellen wollen, ist einer, der sich als Einzelgänger stilisiert und sich jeder Einordnung entzieht.

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