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In der Nacht geraubt: Picassos „Harlekin-Kopf“ von 1971.
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In der Nacht geraubt: Picassos „Harlekin-Kopf“ von 1971.

Kunstraub in Rotterdam

Noch immer keine Spur von den Kunsträubern

Abermals stockt Kunstfreunden, Museumsleuten, Sammlern in aller Welt der Atem. In Rotterdam wurden in der Nacht zu Dienstag aus einem eigentlich nach modernstem Standard gesicherten nigelnagelneuen Museum sieben Gemälde von Künstlern wie Picasso und Monet im Wert von mehreren Millionen Euro geraubt.

Noch immer fehlt der Polizei eine heiße Spur, auch wenn bereits erste Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen sind, darunter vier „sehr brauchbare“, wie es am Mittwoch hieß.

Bei den gestohlenen Kunstwerken handelt es sich um „Tête d’Arlequin“ (1971) von Pablo Picasso, „La Liseuse en Blanc et Jaune“ (1919) von Henri Matisse, „Waterloo Bridge, London“ (1901) und „Charing Cross Bridge, London“ (1901) von Claude Monet, „Femme devant une fenêtre ouverte, dite la Fiancée“ (1888) von Paul Gauguin, „Autoportrait“ (circa 1889-1891) von Meyer de Haan sowie „Woman with Eyes Closed“ (2002) von Lucian Freud. Das Beste vom Besten – Schlüsselwerke der Klassischen Moderne und der Nachkriegsmoderne also – verschwand sozusagen bei Nacht und Nebel aus der erst am 7. Oktober für das Publikum eröffneten Kunsthalle. Die Diebe waren in der Dunkelheit, etwa zwischen drei und vier Uhr, wie die Polizei vermutet, eingedrungen. Sicherheitsleute hatten die Polizei verständigt, als der Alarm ausgelöst wurde, sie fanden aber nur noch leere Wandplätze vor. An die kahlen Stellen wurden neue Bilder gehängt, so dass das Museum am Mittwoch wieder geöffnet werden konnte.

Die geraubten Gemälde gehören zur Triton Sammlung für moderne Kunst, wie die Sprecherin des Museums, Mariette Maaskant, bestätigte. Aus dieser niederländischen Privatsammlung zeigt die Kunsthalle zur Zeit rund 150 Werke. Zu den Versicherungssummen der Leihgaben machte das Museum keine Angaben. Die Direktorin der Kunsthalle, Emily Ansenk, geht von einem geplanten Überfall aus. „Die Diebe wussten verdammt gut, was sie von den Wänden nahmen,“ sagte Ansenk im niederländischen Radio. Das Museum war am Mittwoch wieder für Besucher geöffnet. An die Stelle der geraubten Kunstwerke wurden in der Nacht andere Gemälde gehängt. Nach Auskunft von Kunstexperten und Spezialfahndern sind die geraubten Bilder von unschätzbarem Wert und durch ihre Berühmtheit quasi unverkäuflich. Selbst auf dem internationalen Schwarzmarkt wäre das Angebot einer solchen Hehlerware ein zu großes Risiko.

Bleibt der Verdacht, der sich nach derartigen kapitalen Raubzügen des Öfteren bestätigt, dass die Täter beziehungsweise deren Hintermänner planen, durch einen Deal mit Leihgebern und Leihnehmern an die Versicherungssummen zu kommen. Die Vorstellung, Gemäldeliebhaber würden bei perfektionistischen Dieben solche Raubzüge in Auftrag geben, um die begehrten Schätze dann in privaten Safes und gesicherten Schreinen allein bewundern zu können – solche Leute nennt man in Kunst- und Händlerkreisen „Äffchen“ – verweisen die Experten ins Reich der Legenden. In den meisten Fällen geht es einfach nur um eines – den schnöden Mammon. (mit dpa)

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