Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Eine Cranach Ausstellung in der Prag National Gallery (Symbolbild).
+
Eine Cranach Ausstellung in der Prag National Gallery (Symbolbild).

Cranach-Bilder

Von Nazis geraubte Cranach-Bilder bleiben in den USA

Nazi-Raubkunst wird vor Gericht oft den Erben der einst enteigneten Besitzer zugesprochen. Im Fall eines Cranach-Werks in den USA lief die Sache anders. Und nicht alle Beteiligten sind zufrieden.

Zwei von den Nazis geraubte Gemälde des Renaissance-Künstlers Lucas Cranach des Älteren (1472-1553) bleiben in den USA. Wie die «Los Angeles Times» berichtete, wies ein Gericht in Kalifornien die Forderung der Goudstikker-Erbin Marei von Saher ab, das zweiteilige Altarbild mit einer lebensgroßen Darstellung von Adam und Eva an die Familie zurückzugeben. Die Norton Simon Art Foundation in Pasadena sei der rechtmäßige Besitzer der Bilder, urteilte Richter John F. Walter vor dem Bezirksgericht in Los Angeles in der vergangenen Woche. Die jüdische Familie habe sich vor Generationen bewusst gegen eine Rückführung der Kunstwerke entschieden, sagte er zur Begründung.

Die Entscheidung ist ungewöhnlich. In anderen Fällen von Raubkunst wurden die Werke zumeist an die Erben ihrer jüdischen Vorbesitzer zurückgegeben. Diesmal ist die Sachlage komplizierter.

Laut den Gerichtsakten hatte der Nazi-Reichsmarschall Hermann Göring die Familie des auf der Flucht verstorbenen Kunsthändlers Jacques Goudstikker aus Amsterdam 1940 zum Verkauf dieser und anderer Bilder gezwungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gaben die Alliierten die Raubkunst an die Niederlande zurück. Die Familie Goudstikker entschied damals, die Werke nicht zurückzufordern. Niederländischem Recht zufolge hätte sie dafür die von Göring erhaltene Summe zurückzahlen müssen. Nach dem Verstreichen der Rückforderungsfrist wurden die Gemälde der niederländischen Regierung übergeben.

Hier beginnt eine zweite mutmaßliche Kunstraubgeschichte um die russische Adelsfamilie Stroganoff. Laut der «Los Angeles Times» hatte der russischstämmige George Stroganoff-Scherbatoff aus dem US-Bundesstaat Connecticut in den 1960er Jahren angegeben, die Gemälde seien nach der Russischen Revolution von 1917 von den Sowjets aus seinem Familienbesitz beschlagnahmt worden. Von ihnen hatte Jacques Goudstikker die Bilder 1931 auf einer Auktion in Berlin erworben. Stroganoff-Scherbatoff bat laut Bericht um deren Rückgabe.

Die Regierung in Amsterdam erkannte die Familie Stroganoff als rechtmäßigen Besitzer an und händigte das zweiteilige Altarbild an sie aus. 1970/71 verkaufte die russische Familie das Werk an die Norton Simon Kunststiftung. Einer von der Zeitung zitierten Schätzung zufolge soll Cranachs Werk bis zu 24 Millionen Dollar (21 Millionen Euro) wert sein.

Das Museum zeigte sich erfreut über das Gerichtsurteil. «Die Entscheidung des Gerichts ist in der Sachlage begründet», sagte die Norton Simon-Kunststiftung in einer Stellungnahme. «Wir stellen die Tafeln seit 1971 fast kontinuierlich aus und werden dafür sorgen, dass sie auch in der Zukunft der Öffentlichkeit zugänglich bleiben.» Die Anwälte Sahers sagten derweil, ihre Klientin sei von der Entscheidung «enttäuscht». Der «Los Angeles Times» zufolge will sie Berufung gegen das Urteil einlegen. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare