Washington

Museum zieht unechte Bibeltexte aus dem Verkehr

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Das Bibelmuseum in Washington reagiert auf Ergebnisse, zu denen ein Forscherteam aus Deutschland gekommen ist

Das Bibelmuseum in Washington hat fünf vermeintlich echte Qumran-Schriftstücke aus seiner Ausstellung entfernt. Das Museum reagierte damit auf Untersuchungsergebnisse, zu denen die deutsche Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung gekommen ist.
Dorthin hatte das Bibelmuseum seine Ausstellungsstücke im April 2017 gegeben, um die Echtheit der Dokumente zu überprüfen. Bislang war offen, ob die fünf Einzelstücke tatsächlich zu den rund 2000 Jahre alten Rollen gehören, die ein Hirtenjunge vor 70 Jahren in einer Höhle am Toten Meer gefunden hatte.

Die deutschen Forscher untersuchten die Tinte, die Sedimentablagerungen und deren chemische Zusammensetzung mikroskopisch und mit Röntgenuntersuchungen. Ihren Ergebnissen zufolge weisen die untersuchten Schriftstücke Eigenschaften auf, die „widersprüchlich zu dem antiken Ursprung“ seien, wie das Bibelmuseum nun mitteilte. 

„Wir hatten gehofft, die Tests wären zu einem anderen Ergebnis gekommen“, sagte Museum-Kurator Jeffrey Kloha. Das erst vor einem Jahr eröffnete Bibelmuseum verstehe sich aber als wissenschaftliche Einrichtung, weshalb es selbstverständlich sei, dass die sich als unecht herausgestellten Schriftstücke nun aus der Ausstellung entfernt worden seien. Woher die fünf Exponate gewesen sind und was nun mit ihnen passiert, teilte das Museum nicht mit.

Inzwischen beteuerte eine Sprecherin der israelischen Altertumsbehörde am Mittwoch, dass die im Israel Museum in Jerusalem gezeigten Schriftrollen aus Qumran echt seien. Sie seien während entsprechender Untersuchungen auf ein Alter von rund 2000 Jahren datiert worden, sagte die Sprecherin auf eine Anfrage der Deutschen Nachrichten-Agentur. 

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