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Jubiläumsparade durch die Stadt.

Stimmung

„Mehr Party am Bauhaus!“

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Zur Eröffnung des Bauhaus-Museums eine ausgelassene Stimmung in Weimar.

Weimar stand Kopf: Am vergangenen Wochenende wurde die lange ersehnte Eröffnung des neuen Bauhaus-Museums gefeiert. Auch wenn es noch ein paar wenige Baustellen am Museum gab, kann man sagen, dass die Eröffnung ein Erfolg war. Und obwohl, das lässt sich in Thüringen wohl nicht vermeiden, unzählige Bratwürste verschlungen wurden, war die Atmosphäre der Eröffnung - bei der 18 750 Besucher im Neuen Museum und im Bauhaus-Museum gezählt wurden - weit entfernt von vielen typischen Stadtfesten: elektronische Musik, aufwändige Lichtinstallationen und ein Open-Air-Bühnenprogramm ließen die Eröffnung erstaunlich modern wirken.

Man kann sich natürlich darüber streiten, ob es unbedingt die Klassik Stiftung Weimar hätte sein müssen, die den Zuschlag für das Museum erhielt. Dazu muss man wissen, dass die Klassik Stiftung den Großteil der in Weimar reichhaltig vertretenen Gedenkstätten zur Weimarer Klassik unterhält: Goethes Gartenhaus, die Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Schillers Wohnhaus und zahlreiche weitere Orte, an denen dieser so produktiven Schaffensperiode gedenkt wird - eben der Weimarer Klassik selbst. Der Innenstadtbereich in der Stadt wirkt stellenweise wie ein fein herausgeputztes Freilichtmuseum. Die Klassik Stiftung steht in dem Ruf, es nicht mit besonders waghalsigen Experimenten zu halten.

Wenn man auf der Suche nach dem Zeitgeist der Klassischen Moderne ist, sollte man nicht bloß in den Gedenkstätten der Klassik Stiftung suchen. Dann springt umso mehr das neue Bauhaus-Museum ins Auge, knüpft doch der graue Kubus architektonisch an den avantgardistischen Geist der Weimarer Bauhaus-Periode an. Doch bei der Eröffnung am Wochenende ging es auch bauhäuslerisch zu: Ein großer, bunter Straßenumzug belebte die Stadt. Menschen hielten Schilder hoch, auf denen „Itten“, „Moholy Nagy“ oder „Gropius“ standen, man verkleidete sich, tanzte ausgelassen und sang. Dass man sich ausgerechnet auf den Rassisten Itten berief, verlieh dem ebenso ernst gemeinten Gedenken wie ausgelassenen Treiben eine wenig erfreuliche Note.

Bei dem Umzug konnten sich die feiernden Anhänger zurecht darauf berufen, dass am ursprünglichen Bauhaus legendäre Feste gefeiert wurden. Diese Tradition greife man wieder auf. So wurde dem Beobachter entgegen gerufen: „Mehr Party am Bauhaus!“

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