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Lächeln vor Mona Lisa: Doch wer schaut noch genau hin auf das Kunstwerk im Louvre? Vor der geplanten Ausstellung ist das Gedränge derzeit besonders groß.

Leonardo-Ausstellung

Leonardo da Vinci in Paris: Das lange Warten auf Monsieur L.

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Bereits Monate vor der Eröffnung einer Leonardo-Ausstellung erlebt der Louvre einen Ansturm auf die Tickets.

Es ist eine wohl kalkulierte Spannung. Über Monate hinweg wird sie angeheizt, damit eine Kunstausstellung als ein unumgängliches Event erscheint, als das Kultur-Ereignis des Herbstes schlechthin. Wer mitreden und sicher sein möchte, ein Ticket zu bekommen, hat dieses am besten bereits im Juni für den Zeitraum zwischen 24. Oktober 2019 und 24. Februar 2020 reserviert. Dann zeigt der Pariser Louvre eine Retrospektive von Leonardo da Vinci anlässlich von dessen 500. Todestag in diesem Frühjahr. Da Vincis „Mona Lisa“ gehört zu den großen Publikumsmagneten des weltgrößten Museums und bleibt in dem für sie reservierten Raum der Dauerausstellung. Außerdem können Besucher das Bild mithilfe der Technologie einer Virtual Reality-Brille aus der Nähe und laut Louvre „wie nie zuvor“ betrachten. Gezeigt werden darüber hinaus vier Gemälde, 22 Zeichnungen und fast 100 weitere Hinterlassenschaften – Manuskripte, Kunstobjekte, Skulpturen.

Die Meisterwerke „Anna selbdritt“, „La Belle Ferronnière“ und „Johannes der Täufer“ wurden jahrelang restauriert und wissenschaftlich untersucht, um die Technik des Renaissance-Künstlers besser begreiflich zu machen, heißt es. Auch über die Biografie des Universalgelehrten, der Maler, Bildhauer und Architekt, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph war, verspricht der Louvre Aufklärung, um „das Porträt eines Mannes und Künstlers von außerordentlicher Freiheit“ zu zeichnen. Der Andrang wird riesig sein – das ist er schon vorab. 

33.500 Tickets in 30 Stunden verkauft

Kurz nach der Eröffnung des Online-Ticketverkaufs im Juni brach die Internet-Seite des Louvre unter dem virtuellen Ansturm zusammen. Als das Problem behoben war, wurden innerhalb von 30 Stunden fast 33 500 Karten verkauft. Beim Bestellen muss ein präzises Zeitfenster ausgewählt werden, um die Besucher-Flut so gut wie möglich zu verteilen.

„Leonardo ist wie ein Rock-Star“, kommentierte Arnaud Averseng, verantwortlich für die Ticket-Reservierungen auf dem Internet-Portal der Handelskette Fnac, bevor er dann doch ein wenig einschränkte: „Für ein Konzert von Coldplay oder Indochine buchen die Leute in den zehn Stunden nach Öffnung des Verkaufs. Bei Leonardo war es intensiv, aber stärker über den Tag verteilt.“ Konzert- und Museumsgänger sind eben doch noch nicht ein- und dasselbe Klientel.

Beide dürfen sich aber mitunter an engem Gedränge nicht stören. So war es auch bei der in diesen Tagen zu Ende gehenden Tutanchamun-Ausstellung in der Pariser Grande Halle de la Villette, die in wenigen Monaten 1,3 Millionen Besucher angezogen hat – so viele Menschen kamen seit 1967 zu keiner Pariser Schau mehr. Auch der Louvre erreichte im vergangenen Jahr mit 10,2 Millionen Besuchern einen Rekord. Die Jagd nach immer neuen Superlativen geht weiter, nun mit da Vinci.

Zäher Streit zwischen Frankreich und Italien 

In Frankreich hat der Florentiner nur seine letzten drei Lebensjahre verbracht: Auf Einladung von König Franz I. residierte er in dessen unmittelbarer Nähe im Schloss Clos Lucé in Amboise, wo er auf seinen eigenen Wunsch hin auch begraben wurde. Dennoch war es in da Vincis Heimat Italien zunächst umstritten, Frankreich Leihgaben zu überlassen – die Diskussion kam in einem Kontext der diplomatischen Krise zwischen beiden Nachbarländern und vor allem Präsident Emmanuel Macron sowie dem damaligen italienischen Innenminister Matteo Salvini auf, welche öffentliche Gehässigkeiten ausgetauscht hatten.

Erst nach einem flammenden Appell Macrons im italienischen Fernsehen für die Völkerfreundschaft, einer Einladung des Präsidenten Sergio Mattarella nach Amboise und einem Treffen beider Kulturminister willigte Italien in die Kooperation ein. Die Spannungen machten aus dem kulturellen Ereignis sogar ein politisches – und erhöhten, ganz wie gewünscht, noch mehr den Hype um Leonardo im Louvre.

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