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Kippa oder Kopiah

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Kritisiertes Bild auf documenta verändert
Das Werk „All mining is dangerous“, eine Kooperation des indonesischen Kollektivs Taring Padi und Just Seed (Portland), zeigt vier Personen mit Geldsäcken, von denen eine (l) eine Kippa oder Kopiah trägt, die nachträglich abgedeckt wurde (Ausschnitt). © Uwe Zucchi/dpa

Wieder steht ein Werk des Künstlerkollektivs Taring Padi in der Kritik. Das Kuratorenteam Ruangrupa sieht eine Fehlinterpretation.

Dem zuletzt als judenfeindlich kritisierten Werk auf der von Antisemitismus-Vorwürfen überschatteten documenta fifteen soll umgehend eine Erläuterung beigefügt werden. Das teilte die documenta am Mittwochabend mit. Darin weist die Künstlerische Leitung, das indonesische Kuratorenkollektiv Ruangrupa, die Vorwürfe gegen die Arbeit zurück und verteidigt deren Veränderung. „Mit dieser Intervention sollte eine mögliche Fehlinterpretation verhindert werden“, heißt es darin.

Das Werk „All Mining is Dangerous“ des indonesischen Kunstkollektivs Taring Padi war für die Abbildung einer Person mit Geldsäcken und langer Nase in die Kritik geraten. Sie trägt eine Kopfbedeckung, die einer Kippa gleicht. Diese wurde später überklebt.

„Jeder/m Künstler*in steht es frei, ihr oder sein Werk zu bemalen, zu bekleben oder anderweitig zu bearbeiten“, betont Ruangrupa in der Erläuterung. In diesem Fall sei das nicht geschehen, um etwas zu vertuschen, „sondern als ästhetische Entscheidung, um auf den unmittelbaren Kontext, in dem das Werk gezeigt wurde, mit Anerkennung, Sensibilität und Behutsamkeit zu reagieren.“ Das Bild stelle die muslimische religiöse Führung in Indonesien dar. Bei der Kopfbedeckung handele es sich nicht um eine Kippa, sondern um eine in Indonesien klassische und weit verbreitete „Kopiah“ oder „Peci“. Sie reiche im Gegensatz zur Kippa bis zu den Ohren.

Indessen fordert der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker, den britischen Künstler Hamja Ahsan von der Documenta „auszuladen“, da dieser auf Twitter gegen Deutschland hetze, gegen Israel Hass verbreite „und offen seine Unterstützung für die antisemitische BDS-Bewegung auslebt“, so Becker. (dpa/fr)

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