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Vor 150 Jahren entstanden: James McNeill Whistlers „Arrangement in Grey and Black No.1“.
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Vor 150 Jahren entstanden: James McNeill Whistlers „Arrangement in Grey and Black No.1“.

„Arrangement in Grey and Black“

James Abbott McNeill Whistler und das Porträt seiner Mutter: Genau so sei es gewesen

  • Arno Widmann
    VonArno Widmann
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Am Sonntag ist Muttertag: Erinnerung an Whistlers berühmtes Bild.

Dieses Bild ist das berühmteste nicht-religiöse Mutter-Porträt der westlichen Malerei. Es entstand im Sommer vor 150 Jahren. Dem in den USA geborenen James Abbott McNeill Whistler (1834–1903) war ein Modell abgesprungen, und so bat er seine bei ihm lebende Mutter Anna Matilda McNeill Whistler (1804-1881).

Der Vater, ein Eisenbahningenieur, hatte bei den amerikanischen Lokomotiven unter anderem. die Dampfpfeife („steam-whistle“) eingeführt. Die Familie war sechs Jahre in Russland gewesen, wo der elfjährige Whistler Kunstunterricht nahm. 1849 fiel der Vater einer Cholera-Epidemie zum Opfer. Die Mutter zog mit den beiden Söhnen zurück in die USA.

James hatte Henri Murgers „Szenen aus dem Leben der Bohème“ gelesen und dachte: So will ich leben. Er ließ sich von der Kadettenakademie Westpoint werben und machte sich 1855 auf zum Kunststudium nach Paris. 1871 war er ein viel beschäftigter, äußerst selbstbewusster Maler und arbeitete in London.

Über die Arbeit für ihr Porträt schrieb die 67-jährige Anna Whistler ihrer Schwester Catherine: „Zwei oder drei Tage lang stand ich ihm tapfer Modell, wann immer er in der Stimmung dazu war, aber dann merkte ich, dass das doch zu anstrengend für mich war.“ Ihr Sohn rückte ihr den Stuhl zurecht, sodass sie „völlig bequem“ sitzen konnte. Freunde erklärten, als sie das Bild sahen, genauso habe seine Mutter immer dagesessen mit einem Taschentuch zwischen den Fingern. Dem Bild gab Whistler nicht etwa den Titel „Whistlers Mutter“, unter dem es heute weltberühmt ist. Er nannte es vielmehr, Konzeptkünstler, der er immer auch war: „Arrangement in Grey and Black No.1“.

Der Maler und Dichter Gabriel Rossetti, treibende Kraft der Präraffaeliten, erklärte Whistler dagegen: „Das Bild, das du von deiner Mutter gemalt hast, muss dich ein Leben lang glücklich machen und es wird unserer Zeit gut tun.“ 1891 erwarb der französische Staat das Gemälde. Heute hängt es im Pariser Musée d’Orsay neben Bildern von Whistlers Freunden Courbet, Degas, Manet und Monet.

Wie witzig, ja brillant Whistler auch als Autor war, erfährt man in seinem Buch „Die artige Kunst sich Feinde zu machen“.

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