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Wäre fast in die Hände von Dieben gefallen: die legendäre Maske von Tutanchamun.
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Wäre fast in die Hände von Dieben gefallen: die legendäre Maske von Tutanchamun.

Plünderungen im Ägyptischen Museum

Gestohlen, gefunden

  • Martin Gehlen
    VonMartin Gehlen
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Während der Proteste auf dem Tahir-Platz stehlen Einbrecher wertvolle Stücke, unter anderem von Tutanchamun, aus dem Museum. Die Polizei findet einen Teil des Diebesguts wieder.

Anders als zunächst behauptet, sind bei der versuchten Plünderung des Ägyptischen Museums am Abend des 28. Januar wohl doch wertvolle Exponate aus der Pharaonenzeit gestohlen worden – darunter Statuen von Tutanchamun. Wie der Chef der ägyptischen Antikenverwaltung, Zahi Hawass, am Sonntag bekannt gab, fehlten insgesamt acht Stücke, darunter „eine vergoldete Holzstatue von Tutanchamun, der von einer Gottheit getragen wird“, sowie Oberkörper und Teile der Beine einer vergoldeten Holzstatue, die Tutanchamun mit einer Harpune darstellt. Am Montag meldete die Antikenverwaltung allerdings, drei der Stücke seien wieder aufgetaucht: Mitarbeiter hätten sie auf dem Grundstück des Museums gefunden.

Die Täter kommen aus den Reihen des schlecht bezahlten Wachpersonals des Museums. Sie waren vom Skulpturengarten aus über die hintere Feuerleiter in das obere Stockwerk des Museums eingestiegen, während sich unten auf dem Tahrir-Platz Demonstranten und Polizei wüste Straßenschlachten lieferten. Am gleichen Abend steckten die Protestierer auch die Zentrale von Mubaraks Regierungspartei am Nilufer in Brand. Zwei Tage lang drohten die Flammen auf das benachbarte Ägyptische Museum überzugreifen.

Erleichtert wurde den Dieben der Zugang, weil die Museumsleitung trotz der Unruhen in Kairo vergessen hatte anzuordnen, die üblicherweise über Nacht geöffneten Fenster der oberen Ausstellungsräume zu schließen, wo auch die berühmte goldene Totenmaske von Tutanchamun ausgestellt ist. Insgesamt wurden 13 Vitrinen zertrümmert und rund 70 Objekte beschädigt, die wieder restauriert werden sollen. Kein Museen in Ägypten ist versichert.

Wie Zahi Hawass weiter mitteilte, ließen die Diebe auch eine Kalksteinstatue von Pharao Echnaton mitgehen, eine Statue der Königin Nefertiti, den Kopf einer Prinzessin aus Amarna, der Hauptstadt von Echnaton und seiner Frau Nofretete. Weiter fehlen die Statuette eines Schreibers aus Amarna, elf Shabti-Figuren, die im Mittleren Königreich Gräbern beigelegt wurden, sowie ein großer Skarabäus – der jedoch zu den am Montag wiedergefundenen Stücken zu gehören scheint.

Menschenketten gegen Diebe

Als die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz seinerzeit bemerkt hatten, dass Plünderer in das Museum eingestiegen waren, bildeten sie eine Menschenkette um das Gebäude und riefen das Militär herbei. Die Soldaten konnten einige der Täter festnehmen. Inzwischen wird die weltweit einmalige Sammlung rund um die Uhr von einer Eliteeinheit geschützt, für Besucher ist sie nach wie vor geschlossen. Am Tag nach der Verwüstung des Museums hatte Zahi Hawass in einem Fernsehinterview behauptet, aus den zerstörten Vitrinen sei nichts weggekommen. Die Täter hätten lediglich den neuen Museumsshop vollständig geplündert.

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