Kunst

Geraubter van der Heyden

Xantens Dombauverein gibt Gemälde zurück

Der Dombauverein Xanten gibt ein als Nazi-Raubkunst eingestuftes Gemälde an die Erben des früheren Besitzers zurück. Es handelt sich um das Werk „Der Marktplatz“ des holländischen Malers Jan van der Heyden (1637-1712), wie das Portal kirche-und-Leben.de in Münster berichtet. Die Übergabe solle am 21. März in Xanten erfolgen. „In Anerkennung des verbrecherischen Unrechts, das die Familie Kraus durch das Nazi-Regime erleiden musste, hat der Xantener Dombauverein mit einstimmiger Zustimmung der Mitgliederversammlung auf sein über 50 Jahre gutgläubig erworbenes Eigentum an dem Gemälde verzichtet“, sagte der Vorsitzende des Dombauvereins, Hans-Wilhelm Barking.

Bei dem Gemälde handelt es sich vermutlich um eine vom Künstler angefertigte Kopie eines gleichnamigen Werks, das im Louvre hängt. Das Bild gehörte den Angaben zufolge dem während der NS-Zeit in Wien lebenden tschechischen Konsul und Kunstliebhaber Gottlieb Kraus und dessen Frau Mathilde. Sie flohen vor den Nationalsozialisten in die USA und mussten ihr Eigentum zurücklassen, das so in die Hände der Nazis geriet. 1963 ersteigerte der Dombauverein das Bild für 16 100 Deutsche Mark.

Um das Gemälde hatte es laut dem Bericht vor Jahren Unstimmigkeiten gegeben. 2004 habe ein New Yorker Rechtsanwalt und Erbe der Familie Kraus dem Dombauverein vorgeworfen, das Bild wider besseres Wissen nicht herausgeben zu wollen. Dagegen hatte sich der Verein gewehrt. Er habe sich sofort nach Bekanntwerden der Einstufung als Raubkunst gemeldet und die Vorgänger-Institution der Stiftung „Deutsches Zentrum Kulturverluste“ um Vermittlung gebeten. (kna)

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