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Kunsträuber tauschen Bilder möglicherweise gegen Waffen, sagt die Expertin Olivia Tait.
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Kunsträuber tauschen Bilder möglicherweise gegen Waffen, sagt die Expertin Olivia Tait.

Kunstraub in Rotterdam

"Gemälde gegen Waffen getauscht"

Auf dem Schwarzmarkt bekommen Kunsthehler nur einen Bruchteil des möglichen Preises, sagt die Expertin Olivia Tait. Oft gehe es gar nicht darum, die Werke schnell zu verkaufen.

Auf dem Schwarzmarkt bekommen Kunsthehler nur einen Bruchteil des möglichen Preises, sagt die Expertin Olivia Tait. Oft gehe es gar nicht darum, die Werke schnell zu verkaufen.

Frau Tait, wie können die Diebe aus ihrer wertvollen Beute Gewinn schlagen? Die Bilder aus Rotterdam sind doch viel zu bekannt,als dass man sie verkaufen könnte.

Im seriösen Kunsthandel sind die Bilder tatsächlich nicht mehr zu verkaufen. Wir arbeiten mit allen seriösen Auktionshäusern oder Kunsthändlern und auch Versicherern weltweit zusammen. Dieser Weg ist verschlossen.

Aber auf dem Schwarzmarkt gibt es sicher Interessenten.

Auch das ist zu risikoreich, obwohl es solche Verkäufe immer mal wieder gibt. Aber da erzielen die Bilder nur einen Bruchteil ihres Wertes, maximal fünf bis zehn Prozent, eben weil der Kauf mit einem so hohen Risiko verbunden ist, entdeckt zu werden. Die Bilder sind bei uns, bei der Polizei, bei Interpol für alle Zeiten registriert.

Wissen die Kunsträuber das nicht?

Daran denken Kriminelle tatsächlich oft nicht. Dafür spricht auch, dass 20 Prozent der gestohlenen Kunstwerke vergessen oder zerstört werden, sobald die Diebe feststellen, dass sie nichts damit anfangen können. Wir haben in England beim Abriss eines Hauses im Kamin ein Gemälde wiedergefunden, das offenbar dort vergessen wurde. Solche bekannten Werke werden lange behalten, 30 bis 50 Jahre, in der Hoffnung, dass irgendwann Gras über die Sache gewachsen ist.

"Es gibt auch Fälle von Art-Napping"

Angeblich sollen auch Bilder schon gegen Lösegeldzahlungen an den Eigentümer zurückgegangen sein.

Solche Fälle gibt es, das sogenannte Artnapping. Sie sind aber extrem selten. Das Diebesgut wird dem Eigentümer für astronomische Summen angeboten, mit der Drohung, sie bei Nichtzahlung zu zerstören. Artnapping-Fälle gelangen kaum an die Öffentlichkeit. Die Polizei rät auch davon ab, auf solche Erpressungen einzugehen.

Werden erst einmal hohe Summen gezahlt, um ein Bild zurückzuerhalten, entsteht dadurch natürlich für Kriminelle ein lukrativer Markt und neben den bereits exorbitant hohen Preisen, die seit Jahren auf dem Kunstmarkt gezahlt werden, ein zusätzlicher Anreiz für weitere Diebstähle. Hier greifen die Sicherungsmechanismen des Kunsthandels, wie beispielsweise in Form des Art-Loss-Registers, nicht. Aber es gibt noch andere Möglichkeiten, mit gestohlener Kunst zu handeln.

Welche wären das?

Kunstwerke zu tauschen. Inzwischen werden Gemälde oder andere Arbeiten auch immer mal wieder gegen Waffen oder Drogen getauscht. Im Grunde stellen die entwendeten Gemälde, Skulpturen, Schmuck oder Antiquitäten ja einen großen Wert dar, der nur offiziell nicht erzielt werden kann.

Kunst gegen Waffen, das klingt nach mafiösen Verstrickungen.

Diese Hollywoodgeschichten vom feinsinnigen Kunstliebhaber, der einen Dieb beauftragt, ihm ein bestimmtes Gemälde zu besorgen, habe ich nie erlebt. Das ist ein Stoff für gute Filme, hat mit der Realität aber nichts zu tun. Hier handelt es sich um Kriminelle ohne Interesse an Kunst, sondern nur an Geld.

Das Gespräch führte Kerstin Krupp.

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