Arthur Löwen und Béla Feldberg
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Arthur Löwen (links) und Béla Feldberg laden zur Ausstellung „Orbit“ ein.

Ausstellung „Orbit“

„Die Stadt ist noch nicht satt“: Die Künstler Arthur Löwen und Béla Feldberg im Interview

  • Joshua Schößler
    vonJoshua Schößler
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  • Moritz Serif
    Moritz Serif
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Arthur Löwen und Béla Feldberg veranstalten die Ausstellung „Orbit“ im Frankfurter Messeturm. Ein Interview über Freundschaft und darüber, dass die Stadt mehr Raum für Kunst benötigt.

fr.de: Warum habt ihr die Ausstellung gemacht?

Arthur Löwen: Wir möchten in Frankfurt Orte schaffen, die neben den etablierten Institutionen Kunst zeigen. Deshalb die Ausstellung. Wir sind aber keine Kuratoren im klassischen Sinne und arbeiten daher ohne sprachliches Konzept. Als Künstler nehmen wir uns allerdings die Freiheit, von uns und unseren Arbeiten auszugehen. Das ist immer ein organischer Prozess. Béla und ich haben schon einmal eine kleinere Ausstellung zusammen organisiert, da konnten wir bereits erste Erfahrungen sammeln.

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opening soon / ORBIT at Messeturm / 36 OG. with: Aline Bouvy @alinebouvy Cemile Deniz Alibaş @c.d.ali Dan Kwon @hang_an Eliza Ballesteros @eglitza Felix Kultau @felixkultau Immanuel Birkert @nuel11385 Inga Danysz @oofx23 Jiwon Lee Koen Delaere @koendelaere Laura Schawelka @lauraschawelka Leon Eisermann @fomoplata Martin Kozlowski @martin_kozlowski Martin Wenzel @m_w_e_n_z_e_l Miriam Schmitz @miriam__schmitz Neven Allgeier @nevenallgeier Rudi Ninov @rudininov Sami Schlichting @samioschh Sssichtbeton @sssichtbeton (Martin Kähler/Max Huckle) Stefan Müller @fanmuell Yana Tsegay @ytsey invited by: Arthur Löwen & Béla Feldberg @arthurloewen & @belafeldberg Please use link in bio to sign in

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Woher kennt Ihr euch?

Arthur Löwen: Also die Main-Story zu dieser Frage geht so ...

Béla Feldberg: Wir haben uns vorher bereits öfters im Plank getroffen. Arthur hat da in der Nähe sein Atelier. Vor anderthalb Jahren sind wir uns zufällig bei Boesner, dem Kunst-Ikea, begegnet. Auf der Rückfahrt in der Bahn haben wir zusammen beschlossen, dass wir eine Show machen wollen. Die erste war eine Groupshow im Project-Space in der Basis.

Im Januar haben wir acht Tage in einem kleinen Häuschen in Spanien verbracht. Dort haben wir etwas eremitisch gelebt und uns Gedanken gemacht, wie das Ganze weitergehen könnte. Ziemlich überraschend kam die Zusage, dass wir im Messeturm etwas veranstalten können. Dann ging alles Schlag auf Schlag. Die Eröffnung hätte ursprünglich im Mai stattfinden sollen, aber dann kam Corona. Wir haben aber nicht alles auf Eis gelegt, sondern bereits weitergedacht. Ein paar Künstlerpositionen kamen dazu, einige sind rausgefallen.

War es schwierig, euren Ausstellungsraum im Messeturm aufzutreiben?

Arthur Löwen: Der Zugang zu dem Raum war nicht schwierig, weil es viele Menschen in Frankfurt gibt, die Kunst lieben und sich engagieren wollen. Lassen wir das mal so mystisch stehen. Wir haben eine wunderbare Kooperation erfahren, vom Wachmann bis zum Manager. Gerade die Wachleute, finden total spannend, was dort passiert.

Wollt ihr mit euerem Projekt andere Künstler ermutigen, sich ebenfalls Räume anzueignen?

Arthur Löwen: Absolut, wir vermissen so was ja selber und machen diese Ausstellung aus einem Defizit heraus. Ich glaube, die Stadt ist noch nicht satt.

Wie beeinflusst eure Zusammenarbeit eure Arbeit als Einzelkünstler?

Béla Feldberg: Direkten Einfluss würde ich das jetzt nicht unbedingt nennen, aber wir reflektieren natürlich zusammen. Wir treffen uns ja auch, wenn wir nicht gerade an einem Projekt arbeiten.

Arthur Löwen: Das Wichtigste im Kunststudium ist eigentlich, sich eine Familie aufzubauen, die das Studium überdauert. Die einem ehrliches Feedback gibt und mit der man ein künstlerisches Leben führen kann. Das haben Béla und ich mit anderen Leuten, aber das haben wir auch mit uns.

Obwohl eure Ausstellung bereits läuft, kann man online gar nichts finden. Warum ist das so?

Béla Feldberg: Als Plattform dienen uns hauptsächlich unsere Instagram-Accounts. So hat sich das bereits erfolgreich multipliziert. Aber man findet das nicht mehr, weil das über unsere Stories lief. Die wurden dann von beteiligten Leuten gerepostet, wodurch sich dieser Flashmob gebildet hat. Das hat dazu geführt, dass unsere Slots recht schnell ausgebucht waren.

Laura Schawelka.

Eure Instagram-Strategie erreicht in erster Linie Leute, die euch ohnehin schon folgen. Habt ihr eure Zielgruppe lieber in eurer eigenen Bubble gesucht?

Béla Feldberg: Nein, die Ausstellung sollte nichts Exklusives sein. Durch das Reposten der Stories haben wir ja auch andere Bubbles erreicht. Zudem wurden private Einladungen per E-Mail verschickt. Unter normalen Umständen hätten wir auch eine Facebook-Veranstaltung erstellt. Aber durch Corona sind die Umstände nicht normal, die Plätze sind begrenzt. Wir haben dann gesehen, dass Instagram fürs Erste ausreicht. Jeder, der die Ausstellung sehen will, wird sie sehen können.

Ihr macht die Ausstellung also vordergründig aus einem Vernetzungsgedanken heraus. Nun zeigt ihr aber auch Kunst. Provokativ gefragt: Ist das beliebig?

Arthur Löwen: Wir machen die Ausstellung nicht nur aus einem Vernetzungsgedanken heraus! Von uns ausgehend finden wir Anknüpfungspunkte zu anderen Persönlichkeiten und anderen Kunstwerken. Manchmal ist es eine inhaltliche, manchmal eine ästhetische Sache, die uns anspricht. Insofern ist es alles andere als beliebig. Es ist eher eine persönlich getragene Ausstellung. Die Ausstellung ist so geworden, wie sie ist, weil sich die Arbeiten über einen langen Prozess gefunden haben.

Béla Feldberg: Zu den Leuten haben wir auch immer einen unterschiedlichen Bezug. Der eine basiert auf freundschaftlicher, der andere auf kollegialerer Ebene. Von anderen wiederum sind wir einfach Fan.

Das Gespräch führten Joshua Schößler und Moritz Serif.

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