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Fotografie von Grit Schwerdtfeger: Jeder Moment ist Übergang

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Von: Friederike Meier

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Grit Schwerdtfeger, „Wüste“, 2020.
Grit Schwerdtfeger, „Wüste“, 2020. © Grit Schwerdtfeger

Die Galerie Peter Sillem in Frankfurt stellt Grit Schwerdtfegers perspektivreiche Fotografien vor.

Wir sehen eine Wüste mit pinkem Sand, darüber der Himmel in sehr hellem Blau. Wer näher tritt, sieht die Verwehungen des Windes und Fußspuren. Dann liegt da etwas Weißes, sind es Steine oder sind es Knochen, die unter der Wüstensonne ausbleichen? Eine ganze Wand in der Ausstellung „Übergang“ in der Frankfurter Galerie Peter Sillem mit Werken von Grit Schwerdtfeger ist von pinker Farbe dominiert: Pink sind die Wüste, der Hijab eines jungen Mädchens mit Brille, das Handtuch auf einer Plastikleine.

Übergänge gibt es bei Grit Schwerdtfeger aus allen Perspektiven. Die von Farben, das Vergehen der Zeit, das Sich-Bewegen an einen anderen Ort. Oder, im Fall von Jugendlichen, hin zum Erwachsensein. Ein Mädchen im hellblauen Trägerkleid ist vor tropischer Landschaft zu sehen, eines vor einer Steinwand, im Hintergrund pinke Blumen. Ein Junge steht im weißen T-Shirt vor sich auftürmenden mehrfarbigen Wolken, die beinahe übernatürlich aussehen. „Mond“ zeigt die Dämmerung zwischen Tag und Nacht. Der Himmel im Hintergrund ist graublau, die Bäume vorne dunkel. Der Mond sieht aus wie aufgeklebt, die Äste von seinem Licht umschienen. Auch bei „Himmel“ ist der Tag nicht von Dauer: Eine Schleierwolke, auch etwas pink, wird schon von der Abendsonne angeschienen.

Bei Grit Schwerdtfeger, die 1971 in Anklam geboren wurde und in Leipzig lebt, geht es auch um das räumliche Dazwischen. Um die Fugen zwischen grünen Lehmziegeln, um einen Bahnhof, um das Handtuch auf der Leine, vielleicht bald trocken.

„Rand“ besteht aus zwei Bildern übereinander. Innen ein orangefarbener Sessel vor einer Glaswand mit Blick nach draußen. Außen der Rand eines anderen Bildes: Eine Terrasse, im Hintergrund ein Rettungsring, Stuhlbeine, ein Wasserschlauch, ein Besenstiel.

Neben „Übergang“ ist auch „Das ganze Wasser“ zu sehen - mehrere Aufnahmen eines aufgewühlten Flusses. Die Oberfläche schimmert grünlich-bräunlich, die Gischt ist weiß. In jedem Moment sieht es anders aus, bildet neue Formen. Mal kommen Wirbel und Wellen von links oben, mal wirkt die Oberfläche fast abwartend, als ob es unter ihr brodelt. Wer näher hingeht, dem scheint das Wasser fast wie aus Glas oder wie körnige Tropfen und Blasen. Was Grit Schwerdtfeger hier festhält, sieht nur aus wie Momente, eigentlich ist alles Übergang.

Galerie Peter Sillem, Frankfurt: bis 28. August. galerie-peter-sillem.com

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