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Aus Tagen des Widerstands in der DDR, in der Zionskirche 1987.

Zionskirche

Eine wie sonst keine

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Dankeskirche für Preußens Gloria, feste Burg des DDR-Widerstands, Hassobjekt ostdeutscher Neonazis - eine (profane) Geschichte der Berliner Zionskirche.

Die Uhr ging jeden Morgen nach. Sie tat das um mehrere Minuten, oben, am Turm. Halt dort, wo die Zuverlässigkeit besonders groß sein muss. Wegen der Verantwortung von Turmuhren. Bis zur Dämmerung jedoch, wenn das rote Zifferblatt mit den goldenen Zeigern über den goldenen Ziffern noch zu erkennen war, hatte sich nichts mit der Uhr getan. Weiterhin Verspätung Richtung Westen. Jemand hatte mal wieder nicht an der Uhr der Zionskirche gedreht.

So jedenfalls war es noch vor sechs, sieben Jahren, auf dem Weg von der Hinterhofdachwohnung in Berlins Zionskirchstraße in die Firma in der Liebknechtstraße, wo die Zionskirche ein Begriff war. Am Arbeitsplatz Gespräche: Hatte hier nicht? Hatte. War nicht in der Kirche? War. Am Arbeitsplatz gegenwärtig ein Gedächtnisort, seit 1866 ein preußischer, 1987 dann ein ostdeutscher. Ein gesamtdeutscher dann nie so richtig.

Die vergessene Widerstandsgeschichte von 1987 wurde soeben auch in dem ZDF-Dreiteiler „Preis der Freiheit“ erzählt. In der anschließenden Dokumentation wurde der Romanautor und Musiker Sven Regener zu dem Überfall von DDR-Neonazis auf die Zionskirche befragt. Bedroht wurde im Oktober 1987 auch Regener, der mit seiner Band direkt vorm Altar stand und spielte, als Neonazis die Kirche stürmten. Jetzt hatte der Zeitzeuge in dem Dokumentarfilm erneut nicht viel zu sagen, wieder mal nicht, außer dass DDR-Punks die prügelnden DDR-Nazis aus der Kirche hinausgedroschen hätten. Anschließend Straßenkampf. Was sollte damit gemeint sein, eine antifaschistische Heldengeschichte, eine linke Legende?

Mit dem Bauch lagen wir zu zweien auf der Brüstung der Aussichtsplattform und sahen von der Zionskirche hinab über die Stadt. Sahen Berlin, das Häusermeer, das – sprichwörtlich gewordene – steinerne Berlin. Gut zu sehen waren Reichstagskuppel plus Hauptbahnhof. Das ließ sich hochrechnen, das zusammen hieß Hauptstadt. Plus eins im Sinn, den Potsdamer Platz. Machte zusammen dann Weltstadt. So, vom Turm aus, sah an einem Sonntag im Januar 2013 unser Rundblick aus – der zugleich auch ein Rückblick war, einer auf die Anfänge der Kirche, die August Orth in den Jahren zwischen 1866 und 1873 nach Plänen des Kollegen Gustav Möller schuf, eine Synthese aus Neoromanik und Neogotik. Gut, dass es aus der Zeit der Anfänge Radierungen gibt.

Fertig geworden war die Zionskirche am 2. März 1873, da hatte sich die Stadt über den Berg hinweg gewälzt, über Bauernland, über noch wenige Jahre zuvor nicht einmal – und das in Preußen – parzellierte Flächen. Weil die Kirche auf einem der damals höchsten Anhöhen Berlins errichtet wurde, dem Weinberg, der zum Prenzlauer Berg gehört, konnte man sehr weit sehen, erst recht vom Turm aus. Vorsortiert wurde die Geschichte in der „Kapelle“, gleich gegenüber der Apis der Zionskirche, der „Kapelle“, die morgens Café war und abends Kneipe.

Die Berliner Zionskirche.

Noch standen um 1860 bis zu 30 Windmühlen auf den verschiedenen Anhöhen des Prenzlauer Bergs. Doch die Windmühlen verschwanden, die letzte im Jahr 1900, auch sie brannte, wie die meisten zuvor, ab. Da war die Stadt längst nicht mehr wiederzuerkennen. Stadtbegrenzungen waren geschleift, der Berg per Bebauungsplan (der berühmte Hobrecht-Plan!) Berlin zugeschlagen worden.

Die Kirche war eine Spende Wilhelm I., da war er noch König Preußens, nicht deutscher Kaiser. Die Schenkung war der Dank dafür, dass er als Monarch am 14. Juli 1861 in Baden-Baden ein Attentat überlebt hatte. Das machte, das Bauwerk eines Tages fertiggestellt, die Zionskirche zu einer Dankes-, einer Votivkirche. Die Grundsteinlegung im Oktober 1866 revitalisierte Preußens Glanz und Gloria durch den Triumph über Österreich in der Schlacht bei Königgrätz. Thron und Altar sollten, und offiziell ist gar kein Ausdruck, dastehen im Einklang. Eine feste Burg des Wilhelminismus.

Und doch, die Entwicklung der Kirche machte den König überhaupt nicht froh. Er sagte das auch so. Gingen doch bei ihrem Bau die Gelder mehrfach aus, die Kostenrahmensprengung (bei Prestigebauten immer schon eine feste Größe) war enorm. 13 000 Reichstaler, mehr als das Doppelte der ursprünglich bezifferten Gesamtkosten, waren es am Ende. Der Krieg gegen Frankreich, die Reichsgründung – 1870/71 hatte für eine erfolgreiche Finanzierung gesorgt.

In der „Kapelle“ auf dem Tisch Zeitungsartikel. „Ost-Skinheads angeklagt“, lautete eine Schlagzeile vom 28. 11. 87 und einen Monat später, am 25. 12. 87: „Ost-Berliner Skins verurteilt“. Aus der „Kapelle“ ging der Blick über den Zionskirchplatz, über einen verwahrlosten Kirchenumraum. Am Cafétisch der „Kapelle“ Texte über die Baugeschichte der Zionskirche, am Kneipentisch Schlussfolgerungen über deren offensichtliche Mission.

Sollte doch mit der Kirche Einfluss auf die Innenwelt der Mietskasernenmassen genommen werden. Die Zionskirche war ein Befriedungsprojekt, ein wilhelminisches Stillstellungsprojekt des proletarischen Bewusstseins. Sie hatte 1400 Sitzplätze; nur ein Gottesdienst am Sonntag war dennoch zu wenig. An Zion wurde geglaubt. Zion, wörtlich: Der Ort, wo Gott wohnt. Historisch: Der Berg in Jerusalem, der zum Namensgeber der Kirche und Gemeinde wurde. Metaphorisch: eine feste Burg, eine der Veteranen.

Bauerwartungsland rund um die Kirche seit 1871, dem Jahr der Reichsgründung. Der Boom der Gründerzeit fabrizierte auch die weltberüchtigte Mietskasernenstadt, in sie (und rund um die Kirche) zogen Arbeiter und Handwerker ein. Die Mietskasernenstadt ist eine urberlinische Schöpfung, auch auf dem Prenzlauer Berg. Eine immense Verdichtung, im Vorderhaus das Bürgertum, im Hinterhaus das Proletariat, eine epochale Mischung.

So großzügig das Straßenraster, so schön baumbestanden die Boulevards, auch hier, so verblüffend breit die Straßen, heute noch – keine vier Wände in den tief gestaffelten Hinterhöfen, zwischen denen nicht nackte Not geherrscht hätte. 1871 lag die durchschnittliche Lebensdauer im Deutschen Reich, so belegen es Statistiken, bei knapp über 40 Jahren, in Berlin betrug die Lebensfrist der Männer und Frauen keine 30 Jahre. In dem Maße, in dem die Gründerzeitmetropole wuchs, schwollen deren Gräberfelder an. Denn der Tod war ein Meister in den Mietskasernenquartieren.

Trotz des Elends, trotz der zum Himmel stinkenden hygienischen Verhältnisse: Barrikaden standen rund um den Zionskirchplatz nie, die Kugeln der Spartakusleute, im November 1918 und den Monaten danach, verirrten sich hier nicht. Keine Einschusslöcher als Souvenirs aus Umbruchzeiten, wie an nicht wenigen Fassaden im Berliner Osten, auch nicht aus den letzten Tagen des Häuserkampfs im Mai 45. Ebensowenig Narben an den Fronten der Häuser infolge des Arbeiteraufstands 1953.

Dennoch hat die Kirche Geschichte geschrieben, so zu sehen in Höhe des Westturms, dort ein Torso aus Bronze, eine Plastik Karl Biedermanns, sie erinnert an Dietrich Bonhoeffer. Die Zionskirche war seine Wirkungsstätte, für seinen Widerstand gegen die Nazis wurde er im April 1945 ermordet. Zwölf Jahre zuvor, im April 1933, war er gegen die nationalsozialistische Judenverfolgung an die Öffentlichkeit gegangen, auch an die der eigenen, kollaborierenden Kirche. In der Zionskirche fand so etwas wie die Grundsteinlegung des Widerstands statt – bis heute ist sie ein Echoraum des zivilen Widerspruchsgeists geblieben.

Einiges ist über Bonhoeffers Zeit in der Zionskirche geschrieben worden, Legenden haben sich schließlich verselbständigt. Bonhoeffer hat in ihr nicht während des Dritten Reichs gewirkt, was sein Engagement, 1931/32, seine Sozialarbeit für deklassierte Jugendlichen nicht schmälert. „Unberechenbare Konfirmanden“ ist das Wort, auf das man stößt. Wie auch: „Das ist so ungefähr die tollste Gegend von Berlin“, schrieb der Vikar Bonhoeffer Ende 1931 an einen Freund, „mit den schwierigsten politischen und sozialen Verhältnissen.“ Die Zionskirche, eine feste Burg der Empathie.

Die Kirche, im Krieg schwer getroffen, wurde zu DDR-Zeiten systematisch vernachlässigt, Verwahrlosung nach Plan. Die Kirche gezielt übergehend, schritt Anfang der 1980er Jahre der Stadtbezirk Mitte zur Sanierungstat. Dem Arkonaplatz, durch die Swinemünder und Wolliner Straße mit dem Zionskirchplatz verbunden, war das dann anzusehen. Er bestand nur noch aus Bauzäunen und Bauwagen. In den Häusern drumherum wurde vom Keller bis zum Dach durchgebessert, in die Wohnungen zogen solche Dinge wie Badewanne und Duschkabine ein. Änderten sich die Verhältnisse? Lange hatte sich in den Hinterhöfen die Viehhaltung gehalten, nein, nicht Kleinviecher, im Hinterhaus standen in langen Reihen Kühe im Finstern. Seine Bücher in der „Kapelle“ aufgeschlagen, erzählte der Flaneur Heinz Knobloch, unvergessen.

Während Knobloch auch diesen Berliner Kleinkosmos auf seine Weise leise auskundschaftete, entwickelte sich die Zionskirch(engemeind)e zu einem Ort des Widerstands. Anfang der 1980er Jahre hatte sie eine Umweltbibliothek eröffnet. Der SED-Staat ließ sie bespitzeln, auch die Lesungen und Foren, er drangsalierte, wo er konnte, und schikanierte den ihm suspekten Friedens- und Umweltkreis. In der Zionskirchengemeinde wurde der Grundstein für die DDR-Umweltbewegung gelegt. Die Kirche, eine feste Burg des Widerstands. Der gewaltfreie Bürgereinspruch wurde auseinandergetrieben, die DDR ließ ihre Oppositionellen auf LKW-Ladeflächen abtransportieren. Der gewaltfreie Einspruch gegen den „staatlichen Eifer“, den 1987 die ZDF-Sendung „Kennzeichen D“ öffentlich machte, ließ die SED jedoch erstmals einknicken.

Gemeinde und Kirche wurden Zeugen von Willkür und Gewalt, erst recht 1987, als rechtsextreme Skinheads ein Punkkonzert stürmten. 2000 Fans waren am 17. Oktober geströmt, angekündigt waren die Westberliner Band Element of Crime und die Kollegen aus der DDR, Die Firma (aus denen Rammstein hervorging). Alte Naziparolen brüllend, schlugen DDR-Neonazis zu und verletzten Fans unter den Augen der Volkspolizei.

Schritten die Vopos nicht ein, weil es im selbsternannten antifaschistischen Staat keine Neonazis geben durfte? Oder weil sie sich aus ihrer Pappschachtel nicht heraustrauten, in der Minderheit gegen dreißig „Sieg Heil!“ brüllende Gewalttäter, deren Absichten von den Behörden bisher verharmlost wurden, wissend, dass die Stasi 15 000 Nazis in ihren Karteien führte, darunter eine „SS-Division Wolgast“ oder „NS-Kradstaffel Friedrichshain“.

Die Körperverletzungen und verbalen Attacken der Glatzen wurden von der SED und den Behörden bagatellisiert, erst Widerspruch in West-Zeitungen, dann auch in der DDR-Presse, führte zur Revision der Prozesse. Was bisher als „Rowdytum“ bezeichnet und abgetan worden war, wurde nun zum Anlass regelrechter Schauprozesse. Als hätte sich das Problem des Rechtsextremismus in der DDR noch leugnen und ideologisch exkommunizieren lassen, wurde noch einmal die Doktrin des Antifaschismus exekutiert zu einer Zeit, als sich das Ministerium für Staatssicherheit (MFS) über das Ausmaß des Rechtsextremismus in der DDR im Klaren war. Denn sonst wären die Ergebnisse der beim Leipziger Institut für Jugendforschung in Auftrag gegebenen Untersuchung nicht ein Jahr später, 1988, zurückgehalten worden – unmissverständliche Zahlen. Besagend, dass 64 Prozent der befragten DDR-Jugendlichen stolz auf ihr „Deutschtum“ waren. Zwei Drittel hielten Deutsche für besser als Polen, 40 Prozent stimmten dem Satz zu, Ausländer sollten das Land verlassen. Die Studie ging davon aus, dass 15 Prozent der DDR-Bürger über ein „festgefügtes rechtsradikales Denkmuster“ verfügten, was sich in ostdeutschen Stadien seit Jahren bereits nicht überhören ließ – schließlich auch nicht auf den Leipziger Montagsdemonstrationen, unter die sich NPD-Kader, unmissverständliche Neonazis und brüllende Mitläufer mischten, nicht zu überhören, aber bereitwillig verdrängt, bis heute.

Ein Relikt aus den Tagen nach der Wende war auch die „Kapelle“, ähnlich der „Schwarzen Pumpe“, ein paar Straßen weiter. Die „Kapelle“ hatte sich gehalten und gehalten, vor einem Jahr wurde sie dennoch aufgegeben. Von hier aus ließ sich die Sanierung der Zionskirche beobachten, während vor der „Kapelle“ Eltern mit ihren Kinderwagen cruisten, Kampfradfahrer Fußgänger verdrängten. Die „Kapelle“ war ein guter Beobachtungsposten. Aus nächster Nähe: gepiercte Rabenmütter, tätowierte Kuckucksväter, todschicke Kunststudentinnen, angeschickerte Jungmusiker. Hochqualifizierte Berlinbräute, coole Webdesigner. Die Boheme beanspruchte Platz, nicht zu vergessen die sogenannten Castingallee-Menschen. Das war, das ist eine böse Bezeichnung, eine für all die Leute aus der unmittelbaren Nachbarschaft, die Kastanienalleeleute.

Kein Alteingesessener, der das in der „Kapelle“ nicht in die Runde geworfen hätte. Gentrifizierung! Sie zog durch die Häuser, was an den Wohnungen verändert wurde, hat zur Verschönerung des Lebens ebenso geführt wie zur Verdrängung von Existenzen, beides ablesbar. Angefangen mit einer wiederhergestellten, fein profilierten Sohlbank. Hier zu leben, war etwas Besonderes. Auf seinem unregelmäßigen Fünfeck kam auf dem Zionskirchplatz ein Nebeneinander aus Bar und Wellnesscafe zusammen. Wer wollte, fand Thai-Massage oder Restaurant vor, Modegeschäft oder Destille – schon vor sechs Jahren eine hohe Fluktuation. Ausgesprochen früh wurde die Zapfsäule für das Elektroauto installiert, kaum mehr als eine Kabellänge entfernt von der Kirche.

Jahrelang wurden enorme Anstrengungen unternommen, seit Herbst 2009 wurde die Zionskirche restauriert, 3,5 Millionen Euro wurden für die Sanierung veranschlagt, im Vorraum der Kirche, im Atrium unter dem Turm wurde dafür geworben, im Turm selbst. Wenn man ihn denn bestieg, dann auch unter Lebensgefahr, wie dem Turmgast in einem schmalen Gang, Richtung notdürftigst gesperrten Dachstuhl angekündigt wurde. Linker Hand, an der Westwand, lehnten zwei verrostete Zifferblätter, in Verlängerung der West-Ost-Achse stand die Ruine eines Uhrwerks, daneben ein Spendenschächtelchen, darin ein paar Münzen. Zwei der drei Uhren gingen übrigens nicht nur an den Tagen unserer Turm- und Berlinbesichtigung vollkommen richtig, die nach Süden, die nach Osten, während diejenige Richtung Westberlin hinterherhinkte, morgens, abends, immerzu ging sie nach.

Element of Crime heißt die Band, die es ausgerechnet mit den kriminellen Skinheads in Berlins Zionkirche zu tun bekam. Wenn in diesen Tagen um den 9. November herum an die Wende von 89 erinnert wird, eine Erinnerung, die unter dem Eindruck auch der rechtsextremen Wahlerfolge der letzten Monate steht, dann geht es bei dieser Anstrengung auch um die Vergegenwärtigung einer horrenden Verdrängung. Einen Rückblick, etwa auf die Exzesse in Hoyerswerda oder Rostock-Lichtenhagen: Eine bis in die unmittelbare Gegenwart reichende Traditionslinie geht auf den Tag des neonazistischen Attentats auf die Berliner Zionskirche am 17. Oktober 1987 zurück. Der Schoß blieb fruchtbar noch. Zynisch gesagt: Von bösartigen Mächten widerlich geboren.

Sven Regener, Chef der Element of Crime, ist häufiger auf die Nacht des 17. Oktober 1987 angesprochen worden – zu oft? In mehreren Interviews kam er auf seinen „Schock“ zu sprechen, erzählte auch, dass er es jedes Mal dann unangebracht gefunden hätte, mit der Geschichte zu prahlen, deshalb also keine weitere.

Einmal, vor zehn Jahren, antwortete Regener auf die Frage, was ihm durch den Kopf gehe, wenn er „heute an der Zionskirche“ vorbeigehe: „Was soll mir durch den Kopf gehen? Da steht halt die Zionskirche.“ Ein Versuch der Normalisierung, ein Akt der Verdrängung? Oder sollte der gewiefte Interviewpartner Regener seine Geschichte mit der Zionskirche deswegen so gut hüten, weil der Romanautor doch noch eines Tages auf sie zurückkommen will? Schon deswegen, weil der Roman mehr weiß als der Interviewpartner, ja, ein Roman, das ist sein gutes Recht, mehr sogar weiß als sein Romanautor.

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