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Kunst

Documenta 15: Kunst als Kompromiss?

  • Sandra Danicke
    VonSandra Danicke
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Bei der Großausstellung in Kassel 2022 nehmen nur zwei bekannte Künstler teil, dafür zahlreiche Kollektive.

Es sind zwei, mehr nicht. Zwei Künstler, beide schon älter, sind auf der Liste der Documenta-Teilnehmerinnen und -teilnehmer zu finden, die weltweit berühmt sind: der US-amerikanische Konzeptkünstler Jimmie Durham und der rumänische Zeichner Dan Perjovschi. Die anderen werden im kommenden Jahr (ab 18. Juni) ihre Chance haben. Die vom indonesischen Kunstkollektiv Ruangrupa kuratierte „Documenta Fifteen“ setzt auf kreative Gruppenbildung statt bekannte Positionen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind in Gruppen, sogenannte „Mini-Majelis“, eingeteilt. Majelis ist Indonesisch und bedeutet so viel wie Versammlung oder Rat. Die Kunsteinheiten setzen sich aus internationalen Kreativen zusammen (statt der Nationalitäten der Beteiligten werden deren „Heimatzeitzonen“ genannt) und organisieren sich größtenteils selbst.

Das klingt zugleich aufregend und überfordernd. Aufregend, weil man womöglich fantastische Entdeckungen macht. Überfordernd, weil einem jegliche Orientierung – vor allem jene der Museums- und Kunstmarktsbranche – fehlt. Man fragt sich aber schon: Kann es sein, dass es so viele tolle Künstlerinnen und Künstler gibt, die man bisher schlichtweg übersehen hat? Oder verliert sich die international beachtete Großausstellung in gut gemeinten Diskursen? Schließlich ist Kunst, so wie wir sie bisher verstanden haben, doch das Gegenteil von Kompromiss.

Eine zufällig ausgewählte Google-Recherche ergab Folgendes: Bei „ikkibawiKrrr“ handelt es sich um eine koreanische Band, die bei Instagram 45 Abonnenten und Abonentinnen hat. Sakuliu ist ein sozial engagierter taiwanesischer Künstler, der bisher nur in Taiwan ausgestellt hat. Nächstes Jahr präsentiert er sein Land auf der Biennale in Venedig. Kiri Dalena ist eine Künstlerin, Filmemacherin und Menschenrechtsaktivistin, die in Manila lebt, sich mit Fragen der politischen und sozialen Ungerechtigkeit beschäftigt und bereits auf der Berlin Biennale ausgestellt hat. Das Quartett „La Intermundial Holobiente“ ist laut eigener Homepage „eine Plattform für die Erfindung von übermenschlichen imaginativen Praktiken. Unser Augenmerk liegt auf dem Dazwischen, das zwischen den Holobionten und ihren Welten liegt. Im Moment entwickeln wir ein vielschichtiges Gespräch, um uns posthumane, nicht-anthropozentrische Welten vorzustellen und zu verwirklichen, in denen alles und jedes berücksichtigt wird.“ Nun ja. Schnell noch „Holobiont“ gegoogelt: „Holobiont“ ist ein wissenschaftlicher Begriff, der zum Ausdruck bringt, dass alle Lebewesen durch symbiotische Beziehungen existieren.

Dagegen lässt sich natürlich nichts sagen.

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