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Eben noch in Baden-Baden, jetzt in der Stuttgarter Staatsgalerie: Das Schredder-Bild von Banksy, oder was davon übrig ist.

Staatsgalerie

Banksy-Schredderbild hängt in Stuttgart

Das Bild des Street-Art-Künstlers Banksy - oder was davon übrig ist - hängt für ein Jahr in der Stuttgarter Staatsgalerie.

Das Schredderbild „Love is in the bin“ („Liebe ist im Eimer“) des britischen Street-Art-Künstlers Banksy ist ab sofort in der Stuttgarter Staatsgalerie zu sehen. Das Bild passe zu den Sammlungsschwerpunkten der Staatsgalerie, zu denen etwa Werke des Konzeptkünstlers Marcel Duchamp zählen, sagte Museumsdirektorin Christiane Lange am Donnerstag in Stuttgart. Das Schredderbild soll in Absprache mit der Besitzerin, die anonym bleiben will, zunächst für ein Jahr als Dauerleihgabe gezeigt werden.

Das ursprüngliche Werk „Girl with balloon“ („Mädchen mit Ballon“) hatte im Herbst vergangenen Jahres Schlagzeilen gemacht. Bei der Auktion im Londoner Auktionshaus Sotheby‘s herrschte Entsetzen, nachdem ein zerstörerischer Mechanismus im Rahmen des Bildes per Fernbedienung in Betrieb gesetzt worden war. Ein Teil des ursprünglichen Werks hängt nun in Schredderstreifen aus dem Rahmen. Banksy hatte sein Ursprungswerk von 2006 eine Woche nach der Aktion umgetauft.

Das Kunstwerk war bis zum 3. März vier Wochen lang im Museum Frieder Burda in Baden-Baden ausgestellt. In dieser Zeit sahen es rund 60 000 Besucher.

In der Stuttgarter Staatsgalerie hängt das Bild nun vorerst in der Sammlung Alte Meister neben einem Selbstportrait des niederländischen Künstlers Rembrandt. Dieser habe sich ebenso zur Marke gemacht wie der Aktionskünstler Banksy, sagte Lange. Während Rembrandt durch zahlreiche Selbstportraits seine Kunst mit seinem eigenen Gesicht verknüpft habe, gehe Banksy den umgekehrten Weg: Er bleibe unsichtbar, seine Identität ist nicht bekannt.

Alle zwei Monate soll das Bild „Love is in the bin“ umgehängt werden, wie die Museumsdirektorin ankündigte. Es solle Schlüsselwerken der Kunstgeschichte aus acht Jahrhunderten gegenübergestellt werden und zur Diskussion anregen. Dabei sollten grundlegende Fragen wie „Was macht ein Bild zum Skandal?“ oder „Werden Objekte durch Aktionen zur Kunst?“ im Fokus stehen.

Über den Künstler Banksy weiß man nur, dass er vermutlich 1974 in Bristol geboren wurde. Er ist vor allem bekannt für seine satirischen Graffiti an Hauswänden. Auf Instagram folgen ihm Millionen junger Menschen, die seine Kunst oder seine Kritik am traditionellen Kunstbetrieb schätzen. (epd)

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