Kritik an ZDF-Bündnis

"Neuer Vertriebsweg"

Köln. Die Kooperation zwischen dem ZDF und dem Internetauftritt der Wochenzeitung Die Zeit stößt bei den Privatsendern auf Kritik. "Es ist völlig unklar, auf welcher Rechtsgrundlage diese Zusammenarbeit stattfindet", sagte Tobias Schmid, Vizepräsident des Privatsender-Verbands VPRT, am Dienstag dem epd. Offenbar seien die Aufsichtsgremien des ZDF nicht vorher befragt worden.

Schmid sagte, eine Internet-Kooperation mit einem privaten Presseverlag sei für einen öffentlich-rechtlichen Sender kein normales Lizenzgeschäft. Stattdessen eröffne das ZDF einen "neuen, fast zeitgleichen Distributionsweg" in einem Medium, bei dem noch ungeklärt sei, was der öffentlich-rechtliche Rundfunk dort unter welchen Voraussetzungen dürfe.

"Der ZDF-Fernsehrat hätte schon politisch die Zuständigkeit reklamieren und das neue Projekt eingehend prüfen müssen", sagte Schmid, der bei RTL für die Medienpolitik zuständig ist. Das ZDF wolle aber anscheinend Fakten schaffen, die von der Medienregulierung nicht mehr zurückgenommen werden könnten.

Der ZDF-Fernsehratsvorsitzende Ruprecht Polenz sagte, das Aufsichtsgremium sei in die Entscheidungsfindung nicht eingebunden gewesen. Dies sei aber bei normalen Vorgängen wie Lizenzgeschäften auch nicht erforderlich. "Die Kooperation mit ,Zeit online' ist kein Fall für einen Public-Value-Test". epd

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