Krimi als Reklamefläche

Bloß ein Fremdenführer: Detektiv "Lewis"

Nicht wenige der Krimi-Importe im deutschen Fernsehen sind ja verkappte Werbung: 90-minütige Reklamefilme für die Sehenswürdigkeiten des Schauplatzes: Ob Venedig beim Commissario Brunetti, die Hügel von Yorkshire bei den "Inspector Lynley Mysteries" oder, besonders penetrant, die betagten Fachwerkhäuschen und reetgedeckten Katen, vor denen sich der besserwisserische "Inspector Barnaby" gerne in Szene setzt: Das muss eigentlich beim Tourismus-Minister unter "Öffentlichkeitsarbeit" verbucht werden.

Und nun bietet das ZDF einen Polizisten als Fremdenführer durch Oxford, das ebenfalls malerische Ansichten zur Genüge bereit hält: "Lewis" heißt der Mann, tritt zunächst im Hawaiihemd auf und sieht selbst im Anzug noch einigermaßen derangiert aus.

Schauspieler Kevin Whately soll den Nachfolger des einst erfolgreichen Serienhelden Inspector Morse geben, aber sein erster Fall gerät zum Gähnen langweilig - nichts, was wir nicht schon von Barnaby kennen (außer Oxford). Da bietet sich an, bis Montag zu warten und um 17.40 Uhr Arte einzuschalten. Dort wird "Mit Schirme, Charme und Melone" wiederholt. Das ist erstens witzig, zeigt zweitens besser gekleidete Detektive und dient drittens nicht als Reiseprospekt. seg

"Lewis", ZDF, So., 22 Uhr.

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