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Kirill Petrenko in der Alten Oper.
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Kirill Petrenko in der Alten Oper.

Alte Oper

Kirill Petrenko dirigiert die Berliner Philharmoniker: In schneller Fließgeschwindigkeit

  • VonBernhard Uske
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Die Berliner Philharmoniker unter Kirill Petrenko in der Alten Oper Frankfurt.

Romantisch und neo-romantisch bestimmt war das Gastspiel der Berliner Philharmoniker in der Alten Oper Frankfurt. Was bedeutete, dass man sowohl bei Carl Maria von Webers „Oberon“-Ouvertüre als auch bei Paul Hindemiths „Sinfonischen Metamorphosen nach Themen von Carl Maria von Weber“ von vertrauten Eindrücken Abstand nehmen musste. Webers Ouvertüre von 1826 gilt als Paradestück für Orchesterbrillanz mit vehementem Tempo und herausfahrenden Tanzbewegungen. Hindemiths 1943 in den USA entstandene Metamorphosen über eher unbekannte Klavierstücke des Romantikers in großen Orchestersätzen haben üblicherweise konstruktiven Pfiff und kantigen Charakter.

Unaufgedrehte Romantik

Kirill Petrenko schlug jedoch bei Weber einen verhalteneren, in den Streichern weichen und weit ziehenden Ton an und exponierte die jagenden Tanzpartien nicht. Webers Romantik – unaufgedreht.

Bei Hindemith lag der Schwerpunkt der Herangehensweise auf dem Wort „sinfonisch“ im Titel dieses wohl eingängigsten und entsprechend populärsten Werks des sich damals bereits lange schon in strenger Satzbildung übenden Meisters, der sich in den zwanziger Jahren bereits von den berühmt gewordenen avantgardistisch-rebellischen Attitüden seiner Tonsprache abgekehrt hatte.

Die sich wie eine viersätzige Sinfonie ergehenden variativen Transformationen der Weber-Stücke machten in der Berliner Perspektive den populären Aspekt des Werks noch stärker und ließen die oft grell-kantige Diktion des aus Hanau gebürtigen Komponisten in leuchtender, etwas geglätteter Oberfläche strahlen. So auch im Jazz-Fugato des 2. Satzes, das wie im Swing-Modus erschien. Hindemiths herbe und wie kristallisiert wirkende Detailkonstruktivität kam abgeschliffener und wie aus einem Guss daher.

Der Horn-Einsatz der „Oberon“-Ouvertüre war die Klammer zum letzten Werk des Abends, bei dem erstmals wieder sämtliche Sitzplätze des Großen Saals besetzt werden konnten. In Schuberts „Großer“ Sinfonie in C-Dur wurde deren Horneinsatz fast wie improvisiert wirkend geboten und eröffnete den Flusslauf der mit leichtem Wellenschlag ablaufenden motivischen redundanten aber harmonisch so reich modulierten Gestaltbildung Schuberts. Und das in schneller Fließgeschwindigkeit mit allen möglichen Wiederholungen. Heftig allerdings wurde der Einbruch der Akkordballungen im Zweiten Satz exekutiert.

Das begeisterte Publikum musste den Saal ohne Zugabe verlassen, denn bei aller bewiesenen interpretatorischen Konzilianz blieben sich die Berliner Philharmoniker mit ihrer seit Jahrzehnten geübten Zugabe-Askese treu. Gut so.

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