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Muss keine Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft fürchten: Oliver Welke.
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Muss keine Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft fürchten: Oliver Welke.

"heute-show"

Kein Strafverfahren wegen Osterhasen-Satire

Die Macher der "heute-show" müssen keine Ermittlungen der Mainzer Staatsanwaltschaft fürchten. Der gekreuzigte Osterhase sei "offenkundig abwegig" und "erkennbar ironisch" gewesen.

Die Staatsanwaltschaft Mainz wird nicht wegen eines ans Kreuz genagelten Plüsch-Osterhasen gegen die Macher der ZDF-“heute-show“ ermitteln. Bei dem Satirebeitrag, gegen den mehrere Strafanzeigen erstattet worden waren, sei kein Anfangsverdacht einer Straftat erkennbar, teilte die Mainzer Leitende Oberstaatsanwältin Andrea Keller am Montag mit. Dass die Sendung von einigen gläubigen Christen als geschmacklos empfunden worden sei, reiche nicht aus, um einen Straftatbestand zu erfüllen.

Strafbar wäre die Satire der „heute-show“ nur dann gewesen, wenn die Äußerungen den öffentlichen Frieden gestört hätten, erklärte Keller. Das wäre der Fall gewesen, wenn bei Zuschauern der Sendung beispielsweise Intoleranz gegenüber dem Christentum gefördert worden wäre oder Christen den Eindruck erhalten hätten, ihre religiösen Gefühle würden in Deutschland nicht mehr respektiert. Ein solcher „beschimpfender Charakter im strafrechtlichen Sinne“ liege aber nicht vor. Die Äußerungen von „heute-show“-Moderator Oliver Welke seien „offenkundig abwegig“ und „erkennbar ironisch“ gewesen.

„Der Beitrag verfolgt nicht die Absicht, die Inhalte eines religiösen Bekenntnisses zu beschimpfen oder verächtlich zu machen“, heißt es in der Presseerklärung der Staatsanwaltschaft. Im Gegenteil sollte durch die Darstellungen deutlich gemacht werden, dass „die Kunstfigur des ‚Osterhasen‘ gerade nicht zu den Glaubensinhalten des Christentums gehören dürfte“.

Welke hatte in seiner Sendung vom 6. April die vermeintliche Affäre um Schokoladen-Hasen der Firma Lindt aufgegriffen, die wenige Tage zuvor im Internet hohe Wellen geschlagen hatte. Die Süßigkeiten waren auf Kassenbons als „Traditionshasen“ gekennzeichnet worden, was unter anderem die frühere CDU-Politikerin Erika Steinbach und der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen als Angriff auf deutsche Traditionen und eine Unterwerfung unter den Islam interpretierten. Tatsächlich wird die Schoko-Figur bereits seit mehr als einem halben Jahrhundert produziert und deshalb seit über 20 Jahren unter der nun angefeindeten Bezeichnung verkauft.

In der Sendung spottete Welke, der Osterhase sei bekanntlich „die zentrale Figur der christlichen Mythologie“. Dazu wurde ein Bild vom letzten Abendmahl eingeblendet, bei dem Jesus durch einen Hasen ersetzt war. Anschließend war ein Hase zu sehen, der an seinen langen Plüschohren ans Kreuz genagelt wurde und schließlich aus einem Osterei aufersteht. (epd)

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