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Andreas Gabalier auf der Bühne.

Andreas Gabalier

Das arme Manderl

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Die Verleihung des Karl-Valentin-Ordens an den österreichischen Sänger Andreas Gabalier erhitzt die Gemüter.

Den Anschein echter Gefühle vermittelt der Mann in Lederhose und muskelbetonenden Unterhemden immer dann, wenn er sein Lied „Amoi seg ma uns wieder“ singt. Das Stück handelt vom Umgang mit familiären Schicksalsschlägen. Andreas Gabaliers Vater hatte sich 2006 das Leben genommen, seine Schwester zwei Jahre später.

Der Steiermark-Elvis, als der der Musiker und Sänger oft bezeichnet wird, hatte die tragischen Hintergründe, die ihn zu dem Song gebracht haben, erst Jahre später unter Tränen preisgegeben, unter anderem in der TV-Show „Sing meinen Song“.

Da hatte sich das Image vom Volks-Rock-‘n‘-Roller, als den er sich bezeichnet, schon derart verfestigt, dass die Abzweigung ins Sentimentale als Erweiterung seiner künstlerischen Bandbreite zu verstehen war. Zum Kernprodukt Gabalier gehört indes eine körperliche Robustheit, die er gern auch mit verbaler Eindeutigkeit unterstützt.

Gabalier provoziert mit kantigen Sprüchen

Einige nennen das rechtspopulistisch, frauenfeindlich und homophob. So jedenfalls hat es Sabine Rinberger ausgedrückt, die Direktorin des Valentin-Karlstadt-Musäums. Sie kritisiert damit die am Samstag in München erfolgende Verleihung des Karl-Valentin-Faschingsordens an den österreichischen Musiker, der schon oft mit kantigen Sprüchen provoziert hat.

Gabalier gibt auf der Bühne gern den Vertreter bodenständiger Ideale. Bei der Überreichung des Musikpreises Amadeus 2015 sagte Gabalier: „Es ist nicht leicht auf dieser Welt, wenn man als Manderl heute noch auf ein Weiberl steht.“ Etwas deutlicher wurde er, als die Kontroverse an Fahrt aufnahm. Er sei für Frauenrechte, aber der Gender-Wahnsinn müsse aufhören.

In anderen Zusammenhängen kokettierte er wiederholt mit politisch rechten Symbolen, fühlt sich, darauf angesprochen, aber meist völlig missverstanden. Die nun vielfach geäußerte Einschätzung, dass einer wie er nicht zum subtil-volksnahen Humor Karl Valentins passe, kränkt den harten Selbstdarsteller Gabalier aber doch. Man müsse ihn nicht mögen, so Gabalier, er wünsche aber mehr Wertschätzung.

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