Mit großem Marketing-Aufwand wurde das iPhone in Deutschland eingeführt.
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Mit großem Marketing-Aufwand wurde das iPhone in Deutschland eingeführt.

Ärger um Exklusiv-Vermarktung

Kampf ums iPhone

Debitel und Vodafone gehen gegen die exklusive Vermarktung des Apple-Handys durch T-Mobile vor.

Von ANTJE SCHÜDDEMAGE UND FRANK-THOMAS WENZEL

Die deutschen Mobilfunker kämpfen um das iPhone. Wie gestern bekannt wurde, hat sich Debitel bereits Mitte Oktober schriftlich bei der Bundesnetzagentur über die Vermarktungspraktiken für das Apple-Handy beschwert. "Wir finden das nicht gerade kundenfreundlich", sagte eine Sprecherin des Mobilfunkdienstleisters der FR.

Ihr Unternehmen stehe auf dem Standpunkt, dass ein Verstoß gegen die DSM-Mobilfunklizenzen vorliege. Die würden nämlich vorschreiben, dass der Wechsel von einem Anbieter zu einem anderen möglich sein muss. Genau dies sei aber beim iPhone nicht möglich. Die Geräte des US-Konzerns sind mit einer elektronischen Sperre versehen, deshalb funktionieren sie nur im Netz von T-Mobile. Wer im Netz von Vodafone, O2 oder E-Plus telefonieren will, muss sich ein anderes Handy zulegen. "Das halten wir nicht für fair", so die Debitel-Sprecherin.

Die Bundesnetzagentur bestätigte den Eingang des Schreibens. T-Mobile sei zu einer Stellungnahme aufgefordert worden. Der Fall werde dann genau geprüft. Nach Informationen der FR müsste die Antwort eigentlich am Mittwoch vorliegen. T-Mobile soll aber um einen Aufschub um eine Woche gebeten haben. In Branchenkreisen hieß es gestern, die Telekom-Tochter wolle offenbar Zeit gewinnen.

Kopfzerbrechen bereitet der Telekom zudem die Einstweilige Verfügung des Hamburger Landgerichtes (LG), das auf Antrag von Vodafone D2 vorläufig den exklusiven Vertrieb des Apple-Handys iPhone untersagt hat. T-Mobile werde Widerspruch einlegen, um die Rechtsgrundlage des iPhone-Vertriebsmodells überprüfen zu lassen, teilte die Telekom-Tochter in Bonn mit. Bis dahin werde man sich an die Auflagen der Verfügung halten. Diese untersagt T-Mobile, den Verkauf des Multimedia-Handys an einen Zwei-Jahres-Vertrag zu koppeln und mit einem so genannten SIM-Lock für andere Netze zu sperren.

Verkauf geht weiter

Zugleich versicherte das Unternehmen, der Verkauf des iPhones gehe weiter. Was genau das für potentielle Käufer bedeutet, wird T-Mobile am Mittwoch bekannt geben. Ein SIM-Lock-freies Gerät oder ein Entsperrcode seien ebenso denkbar, wie ein iPhone ohne Vertragsbindung, sagte T-Mobile Sprecher Alexander von Schmettow der FR. "Allerdings wird der Kunde nicht viel Freude an seinem neuen Handy außerhalb des T-Mobil-Netzes haben." Denn das iPhone sei auf besondere Technologien angewiesen. So biete nur T-Mobile bundesweit den Datenstandard Edge für die Verbindung ins Internet an.

Vodafone D2 hatte am 12. November beim LG einstweiligen Rechtschutz erwirkt. Am Montagvormittag ging der Gerichtsbeschluss in Bonn ein und wurde damit wirksam. Nach Angaben von Vodafone-Deutschlandchef Friedrich Joussen habe man damit keinen Verkaufsstopp erreichen wollen, sondern dass das iPhone für alle ohne Vertragsbindung erhältlich wird.

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