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Julia Bönisch verlässt die SZ.

Medien

SZ: Julia Bönisch geht

Digital-Chefredakteurin Julia Bönisch und die „Süddeutsche Zeitung“ gehen getrennte Wege.

Die Trennung erfolge in gegenseitigem Einvernehmen und mit sofortiger Wirkung, teilte die Südwestdeutsche Medienholding SWMH, zu der die überregionale Tageszeitung gehört, am Montag mit.

Der Geschäftsführer des Süddeutschen Verlags, Stefan Hilscher, dankte Bönisch, die auch Mitglied der Chefredaktion der „Süddeutschen Zeitung“ ist, für ihre Arbeit: „Julia Bönisch hat maßgeblich dazu beigetragen, die „Süddeutsche Zeitung“ zum führenden Nachrichtenangebot im deutschsprachigen Internet zu machen. Mit ihrer Freude am Qualitätsjournalismus und ihrer Expertise im innovativen Redaktionsmanagement hat sie wesentliche Leitplanken für unsere kommende Entwicklung gesetzt, unser Haus in den vergangenen Jahren geprägt und damit zu unserem Erfolg entscheidend beigetragen.“

Bönisch betonte laut Mitteilung: „Ich bedanke mich bei dem Verlag und vor allem bei meinem Team für die gute Zusammenarbeit. Wir haben gemeinsam viel erreicht, und darauf bin ich stolz. Doch jetzt trennen sich unsere Wege. Manchmal braucht man den Mut zu Veränderungen.“

Die 39 Jahre alte Journalistin kam im Jahre 2007 zu „SZ.de“. Anfang 2017 wurde Bönisch dort als Chefredakteurin berufen und im Jahre darauf wurde sie zudem Mitglied der Chefredaktion der „Süddeutschen Zeitung“, die sowohl Print, Online als auch das Digitalangebot des Blattes verantwortet. Davor hatte Bönisch mehrere Positionen bei „SZ.de“ inne. Zunächst in einer Doppelspitze mit Stefan Ottlitz und ab Herbst 2017 dann alleine entwickelte sie demnach das Bezahlmodell weiter und setzte Reformen in der Redaktion um.

Bis die Nachfolge von Bönisch feststeht, übernehmen die Nachrichtenchefs von „Süddeutscher Zeitung“ und „SZ.de“, Iris Mayer und Ulrich Schäfer, die Redaktionsleitung von „SZ.de“ kommissarisch, wie es weiter in der Mitteilung hieß.

Im Mai dieses Jahres hatte ein Gastbeitrag Bönischs im Medienmagazin „Journalist“ Debatten in der Branche und im eigenen Haus ausgelöst. Darin thematisierte sie die Anforderungen an Führungskultur in Redaktionen mit Blick auf den digitalen Wandel.

Bönisch schrieb auch, dass eine Redaktionsleitung, die sich ausschließlich über Inhalte definiere, zunehmend der Vergangenheit angehöre. „Stattdessen tritt eine neue Generation in die erste Reihe, die sich viel mehr als Manager und Produktchef definiert, die nicht mehr nur in Formaten und Texten, sondern in Workflows und Prozessen denkt“, hieß es in ihrem Text. An anderer Stelle in dem Beitrag schrieb sie: „Wir müssen uns von gewohnten Hierarchien und linearen Top-Down-Strukturen verabschieden, ebenso wie von der strikten Trennung in Redaktion und Verlag.“ (dpa)

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