Wiederholt wurde Joanne K. Rowling wegen ihrer Ansichten kritisiert.
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Wiederholt wurde Joanne K. Rowling wegen ihrer Ansichten kritisiert.

Transphobie-Vorwürfe gegen Autorin

Joanne K. Rowling: In „Troubled Blood“ steckt keine Transphobie

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
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Ihr neuer Roman sorgt wieder für Aufregung: Jetzt wird gefordert, man solle die Bücher von Joanne K. Rowling verbrennen.

  • Die Schöpferin des „Harry-Potter-Universums“ Joanne K. Rowling steht in der Kritik.
  • Ihr wird Transphobie vorgeworfen, auch unter ihrem Pseudonym „Robert Galbraith“ soll sie trans-feindliche Meinungen äußern.
  • Doch in Rowlings neuem Buch „Troubled Blood“ geht es gar nicht um Transsexualtiät.

Kein Mensch ist wohl je vor Morgengrauen angestanden, um den neuen Kriminalroman eines gewissen Robert Galbraith zu kaufen, selbst nachdem herauskam, dass Galbraith ein Pseudonym Joanne K. Rowlings ist. Die Krimis um den Afghanistan-Veteranen Cormoran Strike und seine kluge, beherzte Assistentin Robin lesen sich gut weg, die Figuren wachsen einem einigermaßen ans Herz, aber solche Romane gibt es zu Zehntausenden. Der jüngste Galbraith aber, „Troubled Blood“, hat sich in Großbritannien in den ersten Tagen nach Erscheinen nicht wie Harry Potter, aber doch deutlich besser verkauft als die anderen.

Hass gegen J.K. Rowling: Morddrohungen wegen angeblicher Trans-Phobie

Denn Rowling wird wieder angegriffen, diesmal nicht von christlichen Fundamentalisten, aber ebenfalls, als gelte es, den Leibhaftigen abzuwehren. Und reimt sich witch nicht einfach zu schön auf bitch? Hass schlägt ihr aus der Trans-Community und von deren Unterstützer:innen entgegen, seit sie auszusprechen gewagt hat, dass ihrer Meinung nach ein Mann, der (noch) keine Geschlechtsumwandlung vollzogen hat, in geschützten Frauen-Räumen nicht zugelassen sein sollte. Zur Erklärung sprach sie erstmals über ihre Gewalterfahrungen.

Das half nichts gegen den Shitstorm, dem sie seitdem ausgesetzt ist, darunter auch Mord- und Vergewaltigungsdrohungen. Und mancher, der für sich Respekt fordert, mit Ausrufezeichen, sieht keinen Widerspruch darin, den Hashtag #RIPJKRowling zu verwenden.

Neu kam jetzt aus Anlass des neuen Galbraith dazu (und man pfeift auf ganz dunkle historische Assoziationen): Verbrennt ihre Bücher!

Rowlings neues Buch handelt gar nicht von einer Trans-Figur

Denn noch ehe „Troubled Blood“ erschienen war, wurde bekannt, dass darin eine der Figuren, einer der Verdächtigen, sich seinen Opfern in Frauenkleidern genähert haben soll. Sofort brüllte es im Netz wieder, Joanne K. Rowling sei „transphob“. Und es hört nicht auf, obwohl man inzwischen hätte nachlesen können, was tatsächlich im Buch steht, obwohl angelsächsische Kritiker und Kommentatorinnen längst erklären und zitieren, dass es sich kein bisschen um eine Trans-Figur handelt. Wie auch jemand, der im Fasching als Superman geht, deswegen noch kein Supermann ist.

Aber im Netz gilt längst das Gesetz des Alles oder Nichts, die Regel: Bist du nicht uneingeschränkt auf meiner Seite, bist du gegen mich. „Setz dich und halt verdammt noch mal für immer die Fresse, du transphobe Bitch“, schrieb einer/eine. Denn was erdreistet sich da eine Frau, eine aus eigener Kraft reich gewordene noch dazu, im Namen von Frauen sprechen zu wollen. Kusch, Joanne!

In Großbritannien könnte es indessen zum politischen Statement werden, sich einen Kriminalroman zu kaufen.

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