Eine Studie hat die Informatzionswünsche von jungen Erwachsenen untersucht.
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Eine Studie hat die Informatzionswünsche von jungen Erwachsenen untersucht.

Mediennutzung

Informationen bitte seriös, kostenlos und online

  • vonStefan Sauer
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15- bis 35-Jährige wollen seriöse Nachrichten, jederzeit, überall - und vor allem kostenlos. Tageszeitungen jedoch sind komplett out. Stattdessen nutzen sie Google, Facebook, You Tube und Co..

Sie wollen informiert werden, möglichst sachlich und neutral, frei von unterhaltsamem Beiwerk, unabhängig von Interessengruppen, ohne vorgekaute Meinung. Sie wollen aber auch Rat und Hilfe, um die Nachrichtenflut zu filtern, um Neuigkeiten richtig einzuordnen, um sinnvolle Konsequenzen aus dem Weltgeschehen abzuleiten. Sie wollen das alles jederzeit und überall, digital und kostenlos. Die eierlegende Wollmilchsau umsonst, sozusagen. Für Medienhäuser und Zeitungsverlage stellen die Erwartungen und Ansprüche junger Menschen wahrlich eine Herausforderung dar.

Dass 15- bis 35-Jährige, die der Generation der „Millennials“ zugerechnet werden, kaum mehr Tageszeitungen und Nachrichtenmagazine in die Hand nehmen, ist durch Studien sattsam belegt. Junge Leute nutzen stattdessen Google, Facebook, You Tube und Co.. Dabei spielt das Smartphone eine überragende Rolle. Der Hamburger Kommunikationswissenschaftler Stephan Weichert spricht vom Smartphone als „Fernbedienung für das Leben“. Hat traditioneller Journalismus, haben sorgfältig recherchierte Berichte dabei noch eine Zukunft?

Einordnung erwünscht

Auf der Suche nach Antworten haben Weichert und der Bremer Medienforscher Leif Kramp im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) Gespräche mit Bloggern, Nutzern und Experten geführt, Diskussionen für und mit Millennials organisiert, Chefredakteure interviewt und andere Studien ausgewertet. Herausgekommen ist eine Untersuchung, die nach Grundhaltungen und Motiven fragt. Und die, wie eingangs angedeutet, zu teils widersprüchlichen Ergebnissen gelangt: Einerseits wünschen sich Millennials eine klare Trennung von Information, Unterhaltung und Meinung. Andererseits sind die Einordnung der Nachrichten und das Aufzeigen von Handlungsmöglichkeiten gefragt. Einerseits tummelt man sich von früh bis spät auf Facebook und You Tube. Andererseits legt man großen Wert auf Transparenz, Wahrhaftigkeit, Relevanz und Seriosität der Nachrichten, was im Kosmos von Twitter und Co. gerade nicht die zentrale Rolle spielt.

Ein einfaches Rezept bietet die Studie nicht. Für Weichert ist aber klar: „Das Bedürfnis nach seriöser Information erfüllen soziale Netzwerke kaum. Diese Leerstelle müssen Verlage nutzen, sie sollten mit Millennials für Millennials neue Formate entwickeln und junge Leute einstellen, kurz: Sie müssen investieren. Andernfalls schaufeln sie sich ihr eigenes Grab.“

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