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Alain Altinoglu dirigiert das hr-Sinfonieorchester. Foto: hr/Sebastian Reimold
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Alain Altinoglu dirigiert das hr-Sinfonieorchester.

hr-Sinfonieorchester

Im besten Licht

  • VonStefan Schickhaus
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Alain Altinoglu gibt in der Alten Oper sein Antrittskonzert als Chef des hr-Sinfonieorchesters.

Er sei sympathisch, zugewandt, akribisch: So wird der neue Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters Alain Altinoglu aus den Reihen der Musiker heraus beschrieben – was allerdings Qualitäten sind, ohne die heutzutage kein Dirigent mehr reüssieren kann, einmal von den wenigen übriggebliebenen Alt-Maestri abgesehen.

Ein Sympathieträger

Der 1975 in Paris geborene Altinoglu ist nun der elfte Pultchef des Frankfurter Orchesters, und er scheint wieder ein Sympathieträger zu sein, der es auch dem Publikum leicht macht, ihn zu mögen. Sein offizielles Antrittskonzert jetzt in Frankfurts Alter Oper jedenfalls war programmatisch ansprechend bestückt und wurde kräftigst beklatscht.

Plastisch, prägnant, perfekt koordiniert: Mit der Symphonie fantastique von Hector Berlioz hat Altinoglu ein ideales Vorstellungsstück ausgesucht, die wirkt immer. Wenn vier Pauker gleichzeitig wirbeln, wenn Echoinstrumente und Glockenschläge von der Hinterbühne durch geöffnete Türen zu hören sind, wenn Dies Irae und Walzer sich begegnen, kann eigentlich nichts schief gehen. Und wenn sich alles so gut einstudiert, spieltechnisch so versiert und dazu so temperamentvoll zeigt, ist der Einstand rundum gelungen. Die Ball-Szene klang nicht überparfümiert, sondern richtiggehend elegant, der Hexensabbat ließ es richtig krachen – mon dieu, da stellte in der Alten Oper der eine Franzose den anderen ins beste Licht. Und umgekehrt.

Davor: Alban Bergs Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“, mit Frank Peter Zimmermann als Solisten. Der ist nun ziemlich genau das Gegenteil eines penetranten Alpha-Geigers, und das ist eine Grundvoraussetzung für dieses auf einer Zwölftonreihe basierende Werk. Zimmermann forciert nicht, baut keinen Druck auf, wie angenehm. Keine Geigergeste, keine Geigerpose. Er muss sich auch nicht immer gegen das Tutti behaupten, er lässt sich einbetten, umspülen. Und bleibt doch ganz intensiver Tongeber.

Franzosen scheint social distancing noch schwerer zu fallen als Deutschen, jedenfalls musste Frank Peter Zimmermann einen Umarmungsversuch Altinoglus abwehren. Der obligatorische Blumenstrauß dagegen scheint in Einstimmung mit den Hygieneauflagen zu stehen, bewährt sich dann allerdings nicht mehr in der Hand des Solisten. Hier die Geige, da der Strauß, und eigentlich Maske aufsetzen beim Pendeln zwischen Ausgang und Applausempfang – das führte zu kuriosen Konstellationen.

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