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Die Unesco hat die Altstadt von Hebron zum Weltkulturerbe erklärt und zugleich auf die Liste gefährdeter Stätten gesetzt.
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Die Unesco hat die Altstadt von Hebron zum Weltkulturerbe erklärt und zugleich auf die Liste gefährdeter Stätten gesetzt.

Unesco

Hebron ist Weltkulturerbe

Die Altstadt von Hebron ist nach einem palästinensischen Antrag jetzt Welterbestätte, das hat die Unesco festgelegt. Viele Israelis reagieren empört - und haben prominente Unterstützung.

Die Unesco hat die Altstadt von Hebron zum Weltkulturerbe erklärt und zugleich auf die Liste gefährdeter Stätten gesetzt. Dies gab das Komitee am Freitag in Krakau bekannt.

Die Experten entscheiden dort bis zum 12. Juli über mehr als 30 Nominierungen. Die Welterbe-Experten gaben mit der Entscheidung zu Hebron einem umstrittenen Notfallantrag der Palästinenser statt.

Israel reagierte empört. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte an, die Mitgliedsbeiträge an die UN um rund 900 000 Euro zu kürzen. Damit schrumpft der Beitrag auf rund 1,4 Millionen Euro.

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, unterstützte die Kritik. „Die Unesco-Abstimmung zu Hebron ist auf mehreren Ebenen tragisch“, sagte Haley laut Mitteilung in der Nacht zum Samstag in New York. „Sie stellt einen Affront gegen die Geschichte dar. Sie untergräbt das Vertrauen, das für einen Erfolg der israelisch-palästinensischen Friedensgespräche gebraucht wird. Und sie bringt eine sowieso schon fragwürdige UN-Behörde weiter in Verruf.“

Auch der Jüdische Weltkongress (WJC) kritisierte die Entscheidung der Unesco. Es handele sich dabei um einen weiteren Versuch der Palästinenser, die UN politisch zu manipulieren, sagte WJC-Präsident Ronald Lauder laut Mitteilung. „Diese unerhörte Resolution ist ein klarer Angriff auf Israel und wird die Gräben zwischen den Beteiligten nur noch tiefer machen.“ Der WJC hat es sich zur Aufgabe gemacht, die nicht in Israel lebenden Juden zu vertreten.

„Die jüdische Verbindung zu Hebron geht Tausende Jahre zurück“, sagte der israelische Erziehungsminister Naftali Bennett. „Hebron (...) und die Patriarchengräber (...) sind die ältesten Kulturerbestätten unseres Volkes.“ Die Patriarchengräber sind nicht nur für Muslime und Juden, sondern auch für Christen heilig.

Nach israelischen Medienberichten werden die Altstadt und die Patriarchengräber nun als „palästinensische Welterbestätten“ aufgeführt.

Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts lebten in Hebron sowohl Muslime als auch Juden. Bei einem Massaker 1929 tötete eine aufgebrachte Menge von Arabern 67 Juden. Danach brachten die Briten als damalige Mandatsmacht die jüdischen Bürger aus der Stadt. Nach der Eroberung der Stadt durch israelische Truppen im Jahr 1967 kehrten religiöse Juden in die Altstadt zurück.

Hebron ist seit 1998 zweigeteilt: einen Teil kontrolliert die Palästinensische Autonomiebehörde, einen Israel. In dem von Israel kontrollierten Teil leben 800 jüdische Siedler umringt von etwa 50 000 Palästinensern.

Bei einem zweiten Massaker im Jahr 1994 erschoss der Israeli Baruch Goldstein in den Patriarchengräbern 29 Palästinenser. Danach verschärfte die israelische Armee die Sicherheitsvorkehrungen für jüdische Siedler.

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