+
Robert Habeck.

Grüne

Habeck geht ein bisschen offline

  • schließen

Grünen-Vorsitzender Robert Habeck reagiert auf die Kritik - und sagt sich von Twitter los.

Als Robert Habeck am Montag bei der Jahresauftakt-Klausur des grünen Bundesvorstandes in Frankfurt/Oder erschien, sah er tatsächlich aus wie einer, der „eine schlaflose Nacht“ hinter sich hat. Von eben jener hatte der Vorsitzende der Grünen kurz zuvor in seinem vorläufig letzten Tweet berichtet und dann kundgetan, warum er Twitter nun verlasse. Weder das eine noch das andere kamen von ungefähr. Habeck hat turbulente Tage hinter sich.

Am Freitag war bekannt geworden, dass der 49-Jährige einer der Hauptbetroffenen des Hackerangriffs war. Am Sonntag verbreiteten Thüringens Grüne ein kurzes Twitter-Video, in dem sich Habeck zur Landtagswahl in Thüringen äußert: „Wir versuchen, alles zu machen, damit Thüringen ein offenes, freies, liberales, demokratisches Land wird, ein ökologisches Land.“ Im Herbst 2018 hatte er sich via Twitter ähnlich geäußert und mit Blick auf das absehbare Ende der CSU-Alleinregierung betont: „Endlich gibt es wieder Demokratie in Bayern.“ Damals gab es Kritik. Jetzt gab es sie wieder. Schließlich erweckte Habeck den Eindruck, als sei Thüringen nicht schon heute demokratisch. Überdies regieren die Grünen in Thüringen mit.

Während sich der Flensburger nach dem Bayern-Spot zerknirscht entschuldigte, beließ er es diesmal nicht dabei. Vielmehr verbreitete er via Twitter einen Link zu seinem jüngsten Blog-Eintrag, schrieb „Wie dumm muss man sein, einen Fehler zweimal zu begehen?“ und fuhr dann fort: „Ich habe schon nach dem Bayern-Video darüber nachgedacht. Nach einer schlaflosen Nacht komme ich zu dem Ergebnis, dass Twitter auf mich abfärbt. Dass ich mich bei beiden Videos ... unbewusst auf die polemische Art von Twitter eingestellt habe. Twitter ist, wie kein anderes digitales Medium, so aggressiv, und in keinem anderen Medium gibt es so viel Hass, Böswilligkeit und Hetze. Offenbar triggert Twitter in mir etwas an: aggressiver, lauter, polemischer und zugespitzter zu sein – und das alles in einer Schnelligkeit, die es schwer macht, dem Nachdenken Raum zu lassen. Offenbar bin ich nicht immun dagegen.“ Er verabschiedete sich auch von Facebook. 

Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus.  Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte: „Man kann doch Fehler machen, und man kann sich doch mal vertun.“ FDP-Generalsekretärin Nicola Beer spottete hingegen: „Wir übernehmen die Kanäle natürlich gerne.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion