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Die Rivalen der Deutschen Telekom wollen den Breitbandausbau mit Gutscheinen befeuern.
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Die Rivalen der Deutschen Telekom wollen den Breitbandausbau mit Gutscheinen befeuern.

Breitbandausbau

Gutschein für schnelles Internet

  • Frank-Thomas Wenzel
    VonFrank-Thomas Wenzel
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Die Telekom-Rivalen wollen den Breitbandausbau in ländlichen Regionen mit Vouchern für Hauseigentümer vorantreiben.

Ein Gutschein soll’s nun richten. Das wollen zumindest die Rivalen der Deutschen Telekom, um den Ausbau der Breitbandnetze zu beschleunigen. Der Verband VATM schlägt ein staatliches Subventionsprogramm vor, dessen Volumen auf höchstens vier Milliarden Euro taxiert wird. In ländlichen Gebieten und an Stadträndern soll jeder Hauseigentümer einen Gutschein für einen Gigabit-Glasfaseranschluss in Höhe von 500 Euro (Anschlussvoucher) bekommen. Zusätzlich fordert der VATM ein Vertragsvoucher: Für maximal fünf Millionen Haushalte soll es ebenfalls jeweils 500 Euro geben, wenn eine schnelle Datenleitung für die Wohnung gelegt wird. Dies geht aus einem VATM-Papier hervor, das der FR vorliegt und heute der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Als dritte Komponente sieht das Konzept des Verbandes überdies Zuschüsse für die Verkabelung innerhalb von Gebäuden vor – maximal 150 Euro soll es pro Wohnung in Mietshäusern geben.

Das Gutscheinkonzept helfe, die Nachfrage nach Gigabit-Anschlüssen zu erhöhen und die Ausbaukosten für die Unternehmen zu senken, so der VATM, in dem sich die Konkurrenten der Deutschen Telekom organisiert haben. Der Breitbandausbau hierzulande kommt nur sehr zäh in Gang. Im internationalen Vergleich rangiert Deutschland im hinteren Mittelfeld. Die selbstgesteckten Ziele der Regierung wurden schon mehrfach nicht erreicht. So sollte bis Ende 2018 flächendeckend eine Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Dialog-Consult verfügen aktuell aber nur gut elf Millionen von insgesamt knapp 41 Millionen Haushalten über derart schnelle Anschlüsse.

Die neue Bundesregierung hat sich nun zum Ziel gesetzt, dass bis 2025 flächendeckend Gigabit-Netze zur Verfügung stehen, also Übertragungsgeschwindigkeiten von 1000 Megabit und mehr. Laut Dialog-Consult ist dies derzeit aber nur bei knapp 3,5 Millionen Haushalten möglich. „Es passiert einfach zu wenig“, sagte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Zwar gibt es eine Reihe von Förderprogrammen von Bund, Ländern und Gemeinden. Doch bei denen klemmt es, auch weil Antrags- und Genehmigungswege kompliziert sind. Nur Bruchteile der zur Verfügung stehenden Mittel wurden bislang abgerufen. „Wir sollten nicht mehr lange reden, sondern die Dinge anpacken“, so Grützner. Das Voucher-Konzept sei einfach, könne schnell umgesetzt werden und sei finanziell überschaubar, da die vier Milliarden Euro über einen Zeitraum von mehreren Jahren ausgezahlt würden – die Gutscheine würden erst eingelöst, wenn der Gigabit-Anschluss tatsächlich geschaltet ist.

In Genuss der Subventionen sollen nach dem VATM-Konzept nur Regionen kommen, die nicht bereits „gigabitfähig“ sind. Gemeint sind Wohngebiete am Rand von Städten und ländliche Regionen. In den Ballungsgebieten offerieren Stadtnetz- und TV-Kabelnetzbetreiber bereits hohe Übertragungsraten. Unitymedia etwa will in einer Reihe von Städten demnächst Gigabit-Anschlüsse vermarkten. Beim TV-Kabel sind diese Geschwindigkeiten mit relativ wenig Nachrüstung zu schaffen. Bei den konventionellen Telefonanschlüssen müssen hingegen die Kupferkabel, die zu den Häusern führen, durch Glasfaserkabel ersetzt werden. Die Kosten dafür liegen pro Anschluss in der Regel zwischen 1000 und 5000 Euro.

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