Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Berlin

Gutes Geld

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
    schließen

Die Hauptstadtfinanzierung ist für die nächsten zehn Jahre vertraglich geregelt. Keine spannungslose Geschichte.

Zu Beginn eines jeden Berliner Literaturfestivals (ilb) lässt deren rühriger Leiter Ulrich Schreiber die Heerscharen seiner Mitarbeiter und Helfer auf der Bühne des Festspielhauses in der Schaperstraße paradieren. Das ist nicht nur eine sympathische Geste, sondern auch ein kulturpolitisches Statement. Ohne freiwilliges Engagement, soll das bedeuten, ist eine Großveranstaltung, die Jahr für Jahr zahlreiche internationale Schriftsteller in Berlin präsentiert, gar nicht möglich. Helfer, Übersetzer und Moderatoren sind eher dürftig entlohnt, eine Planungssicherheit für das Festival gibt es nicht.

Unter der Trägerschaft der Peter-Weiss-Stiftung wird es zwar seit mehr als 16 Jahren vom Bund gefördert, eine gesicherte Finanzierung aber gibt es nicht. Genau das hat Festivalchef Ulrich Schreiber unlängst in Form eines Offenen Briefes beklagt. Man verharre leider noch immer im Status eines Projektes, eine institutionelle Förderung ist für das ilb aber auch in Zukunft nicht vorgesehen.

Das ist nur eine von mehreren Problemzonen der Hauptstadtkultur, deren Ausstattung und Rahmenbedingungen am Montag im Finanzministerium feierlich mit den Unterschriften zum sogenannten Haupstadtfinanzierungsvertrag für die nächsten zehn Jahre festgelegt wurden. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) darf sich das zweifellos als politischen Erfolg anrechnen lassen. Wie bereits ihrem Vorgänger Bernd Neumann ist es auch ihr in ihrer vierjährigen Amtszeit gelungen, einen stets steigenden Etat für Kulturausgaben nachzuweisen. Das gilt nun auch für die Hauptstadtfinanzierung, für die Grütters eine Aufstockung des Opernstiftungszuschusses auf zehn Millionen Euro erwirkt hat. Ferner erhöht sich der Hauptstadtkulturfonds auf 15 Millionen Euro, und erstmals wird der Bund ein Drittel der Kosten für die Berliner Philharmoniker übernehmen: 7,5 Millionen Euro, davon bis zu 500 000 Euro für die Orchesterakademie.

Das Wohlwollen des Bundes gegenüber der Berliner Kultur vermag aber nicht die Spannungen zu übertünchen, die es hinsichtlich der Finanzierung der Hauptstadtkultur trotz allem gibt. Wer Geld gibt, will auch Einfluss, und so kann es, wie zuletzt am Beispiel des geplanten „House of Jazz“ des Trompeters Till Brönner geschehen, zu einer schroffen Annahmeverweigerung kommen.

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) möchte das bereits bewilligte Geld wegen konzeptioneller Bedenken nicht. Gutes Geld ersetzt nun einmal nicht die Mühen des kulturpolitischen Streits.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare