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Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen.

#MeTwo

Grünen-Chef Robert Habeck warnt vor Ausgrenzung

Die Rassismus-Erfahrungen, von denen Menschen unter dem Hashtag #MeTwo berichten, sind für Grünen-Chef Robert Habeck ein Zeichen des schwindenden sozialen Zusammenhalts.

Der Grünen-Parteichef Robert Habeck sieht in der Twitter-Initiative #MeTwo einen Hinweis auf einen schwindenden sozialen Zusammenhalt. „Die Gesellschaft fällt in lauter Grüppchen und Individuen auseinander. Zu viele fühlen sich nicht verstanden, gesehen und anerkannt – nicht selten sind es Menschen mit Migrationsgeschichte“, sagte Habeck dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (Montag).

Unter #MeTwo beschreiben zahlreiche Menschen mit ausländischen Wurzeln Erfahrungen mit Diskriminierung. Der Hashtag kam im Zuge der Integrations- und Rassismusdebatte nach dem Rückzug Mesut Özils aus der Fußballnationalmannschaft auf. Als Begründung für seinen Schritt nannte Özil Anfeindungen, nachdem er sich mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hatte fotografieren lassen.

Habeck warnte vor den Folgen einer Ausgrenzung von Menschen mit Migrationshintergrund. „Im Land ihrer Vorfahren gelten sie als Deutsche, hier aber ist es genau umgekehrt. Solche Erfahrungen können heimatlos machen.“ Habeck meinte: „Faktisch kommen sie einer emotionalen Ausbürgerung gleich.“

Habeck appellierte an Politik und Gesellschaft, ethnische Vielfalt in Deutschland zu akzeptieren. „Wir werden als Gesellschaft nur gewinnen, wenn wir uns gegenseitig achten und die Verschiedenheiten anerkennen“, sagte der Grünen-Chef. „Das ist zwar keine Garantie, aber die Voraussetzung für eine integrative Gesellschaft.“ (kna)

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