Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Yad Vashem

„Yad Vashem würde verhöhnt“

  • Inge Günther
    vonInge Günther
    schließen

750 Holocaust-Experten unterschreiben eine Petition gegen die Ernennung Effie Eitams zum Vorsitzenden der Gedenkstätte.

Die Nominierung von Effie Eitam, einem als rechtsextrem eingestuften israelischen Politiker, zum neuen Vorsitzenden der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem stößt international auf massiven Widerspruch. Dem Protest gegen den von Israels Premier Benjamin Netanjahu favorisierten Kandidaten haben sich 750 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus jüdischen Museen sowie namhaften Bildungs- und Forschungsinstituten angeschlossen. In ihrer gemeinsamen Erklärung wenden sie sich „in scharfer Form gegen diesen beunruhigenden Schritt, der eine der wichtigsten Memorialeinrichtungen zum Holocaust in der Welt für einseitige politische Interessen zu instrumentalisieren droht“.

Initiiert wurde der Appell unter anderem von Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums Hohenems in Österreich, und Cilly Kugelmann, Chefkuratorin der Dauerausstellung des Jüdischen Museums in Berlin. Auf der Liste der Unterzeichner finden sich führende Namen, die in Europa, aber auch in den USA, Kanada, Australien, der Türkei und Südafrika ähnliche Institutionen leiten oder sich mit Studien zum Antisemitismus, der NS-Geschichte und der Shoah hervorgetan haben. Ebenso unterstützt Andreas Nachama, Präsident der Rabbinerkonferenz in Deutschland, den Protest.

Vor allem aber dürfte der Netanjahu-Regierung Druck machen, dass sich die Freundeskreise von Yad Vashem in Liechtenstein und der Schweiz hinter den Appell gestellt haben, zwei Organisationen, die die Jerusalemer Gedenkstätte finanziell fördern. Seit Ausbruch der Pandemie blieb Yad Vashem für Besucher geschlossen. Die Finanzlage gilt als prekär. Das Jahresbudget von etwa 50 Millionen Euro wird zur Hälfte aus ausländischen Spenden gedeckt.

Minister-Veto erhofft

Der Personalausschuss der israelischen Regierung hat der Ernennung von Eitam, der für einen palästinensischen Bevölkerungstransfer und den Entzug von Bürgerrechten arabischer Israelis eintritt, vergangene Woche zwar zugestimmt. Aber das Kabinettsvotum steht aus. Laut „Haaretz“ erwägt Verteidigungsminister Benny Gantz, selber ein Sohn von Holocaust-Überlebenden, ein Veto einzulegen.

Darauf hoffen offenbar auch die 750, die die an den Yad-Vashem-Stiftungsrat und die Knesset-Abgeordneten gerichtete Petition unterzeichnet haben. Eitam zum Vorstand zu ernennen, heißt es darin, „würde eine international respektierte Institution, die sich der Dokumentation von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und dem Streben nach Menschenrechten widmet, verhöhnen und zu einer Schande machen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare