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„Weihnachten in meiner Kindheit“ – Feurio

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Von: Sylvia Staude

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Hier sogar noch mehr Feuerwehrleute, aber drei sind auch viel.
Hier sogar noch mehr Feuerwehrleute, aber drei sind auch viel. © AFP

Dylan Thomas erinnert uns daran, warum immer ein Wassereimer in der Ecke des Wohnzimmers stand, während die Kerzen am Weihnachtsbaum brannten.

Ehe die Kerzen am Christbaum entzündet werden durften, so lautete die eiserne Regel, musste ein Putzeimer aus dem Keller randvoll gefüllt werden mit Wasser und dann in eine Ecke des Wohnzimmers gestellt, so dass niemand aus Versehen den Eimer umstoßen würde, aber jeder wusste, wo Rettung zu finden war, sollte der Baum Feuer fangen.

Vielleicht lag es daran, dass von Dylan Thomas’ Geschichte „Weihnachten in meiner Kindheit“ (in der Insel-Bücherei zu haben) – erstmals gelesen, als man schon ein ziemlich großes Kind, ehrlich gesagt, eine Studentin war, sich eine einzige Szene im Gedächtnis festhakte: wie es brennt bei den Protheros, wie die Feuerwehr gerufen wird (ist es da nicht viel klüger, mit einem Putzeimer voll Wasser vorzusorgen?), wie dann drei lange Feuerwehrmänner mit Helm und Schlauch kommen und löschen. Mr Prothero kann sich gerade noch in Sicherheit bringen vor dem: Wasser Marsch. Allerdings erzählt Dylan Thomas nichts über das Löschen an sich, als sei es nicht wichtig, erzählt auch nichts über den Grund für den Brand im Hause der Protheros, als sei auch der nicht wichtig, erzählt aber von Miss Prothero, die „immer das Richtige“ sagt. Eine Frau, die immer das Richtige sagte, kannten wir auch, es handelte sich um unsere Mutter.

Und was sagt nun Miss Prothero zu den drei Feuerwehrmännern, „die inmitten von Rauch, Asche und zerfließenden Schneebällen“ stehen? „Hätten Sie gern etwas zu lesen?“ Nichts fand die Leserin von „Weihnachten in meiner Kindheit“ cooler (und das sogar, ehe das Wort cool erfunden worden war!), als den einleuchtenden Gedanken, dass gegen die meisten Formen von Unbill oder als Trost nach kleineren Katastrophen im Zweifelsfall das Lesen hilft.

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