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Grabsteine des Meir von Rothenburg, gest. 1293, und Alexander ben Salomo von Wimpfen, gest. 1307, auf dem Heiligen Sand von Worms. Foto: Christian Thomas
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Grabsteine des Meir von Rothenburg, gest. 1293, und Alexander ben Salomo von Wimpfen, gest. 1307, auf dem Heiligen Sand von Worms.

Weltkulturerbe

Spur der Steine: Jüdische SchUM-Stätten sind Weltkulturerbe

  • Christian Thomas
    VonChristian Thomas
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Das mittelalterliche jüdische Erbe der sogenannten „SchUM“-Gemeinden von Mainz, Worms und Speyer ist als Weltkulturerbe anerkannt worden. 

Frankfurt/Fuzho - Steine, die standhielten, Grabsteine auf Sand, heute schief und schräg, auch diese drei gefährdet immer schon. Sichtbar auf den jüdischen Friedhöfen von Mainz, Worms, Speyer, als Zeugnisse der SchUM-Stätten, drei unter Hunderten. Der älteste Grabstein in Speyer, erinnernd an Isaak, den Sohn des Menachem, wurde im Jahr 1112 aufgerichtet. Noch älter der in Worms, aus dem Jahr 1076. Der Senior unter den Steinen in Mainz. Auf einem Friedhof, der der älteste seiner Art weltweit ist, mit Grabsteinen aus dem 11. Jahrhundert, wurde er 1049 „auf den Judensand“ gepflanzt, eine schräge Wiese, unter schiefen Bäumen vorgestern.

Drei Friedhöfe, die Schlimmstes überstanden haben, darunter die Judenverfolgungen des Mittelalters. Auch die Verwüstungen, 1689 etwa durch den „Neunjährigen Krieg“ in der Pfalz, von französischer Seite geführt nach dem Prinzip der „verbrannten Erde“. Drei jüdische Erinnerungsorte, die bei allem das Verbrechen schlechthin überstanden, die Shoa. Ein Überleben der Steine wie durch ein Wunder.

Zum Zeichen, dass man es gar nicht ernst genug nehmen kann und dass man es bei den SchUM-Stätten in Mainz, Worms und Speyer mit etwas weltweit Einzigartigem zu tun hat, taten sie sich zusammen. Das Wort SchUM, als Kurzwort gebildet aus den hebräischen Anfangsbuchstaben der drei Städte Schin für Schpira (Speyer), Waw (U) für Warmaisa (Worms) und Mem für Magenza (Mainz) verband die drei Gemeinden seit dem Mittelalter. SchUM also, so etwas wie eine historische Verpflichtung, Logo auch, vor allem aber heutige Selbstverpflichtung.

Welterbekomitee der Unesco entscheidet über Antrag der „SchUM“-Städte

Bis in das Jahr 2004 reichen die Bemühungen zurück, die Verwandtschaft der drei Städte erneut als Einheit zu begreifen, die durch das aschkenasische Judentum gestiftet wurde, um als „Jerusalem am Rhein“ anerkannt zu werden. Das war nun kein Logo, sondern ein Ehrentitel. Auszumachen im Judenhof in Speyer. Zu erkennen in der Stadtmauer von Worms, an deren Inneres Juden ihre Häuser anbauen durften. Nicht zu übersehen auf dem „Judensand“ von Mainz.

Kein siebzehnjähriges Engagement für ein Welterbe ohne die Zähigkeit einer gemanagten Bürokratie, unterstützt durch Politik und Wissenschaft. Seit 2014 macht der Verein SchUM-Städte von sich reden, im Januar 2020 wurde der Bewerbungsantrag bei der Unesco eingereicht, 1000 Seiten, gewichtig wie ein Ziegel. Nun ist auf der Sitzung im chinesischen Fuzho die Bewerbung begutachtet werden, in Konkurrenz mit weiteren auch aus Deutschland. Ohne die Bedeutung der gewiss aufregenden Darmstädter Mathildenhöhe zu schmälern, ebenso wenig die der Kurorte Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen sowie der Grenzwälle Donaulimes und Niedergermanischer Limes, weist doch keiner der Mitbewerber ein auch nur annähernd ähnliches Gewicht wie das des SchUM-Erbes auf. Ein Weiser, heißt es im Talmud, sei ein Mensch, der von jedem Menschen lernt. Mögen die Welterbe-Bevollmächtigten weise sein.

Wie auch immer die Gründungslegenden aussahen, Juden wanderten wohl aus Oberitalien ein, über Handelsrouten aus der Römerzeit, um sich am Rhein niederzulassen. Die Ansiedlungen fanden auf Geheiß der Herrschaften am oberen Mittelrhein statt, in Mainz bereits Mitte des 10. Jahrhunderts. Um 1000 bildete sich in Worms eine Gemeinde, ab 1084 fand in Speyer eine zusammen, fortan drei Gemeinden in engem Austausch, erlernt auf der Wanderschaft, durchgebracht in der Diaspora. Ende des 12. Jahrhunderts besiegelten sie ihn erstmals mit gemeinsamen Statuten, eine religiös gelebte und alltäglich belebte Tradition, im Namen des aschkenasischen Judentums.

In Speyer haben sie eine Urkunde, die auf den Tag datiert ist, den 13. September 1084, an dem Rüdiger, genannt Huozmann, als Bischof den „Weiler Speyer in eine Stadt verwandelt“ wünschte und sich dabei zum Schutzherrn der Juden erklärte und sie mit Privilegien ausstattete. Als Parteigänger seines Königs, Heinrich IV., schloss er sich dessen Strategien an – so lebten denn die Juden eine Existenz, die im Reich direkt dem König oder auch dem Kaiser unterstellt war. Im Reich, aber auch vor Ort? Sie mochten auf den Schutz der höchsten Gewalt pochen, auf eine privilegierte Allianz – der gelebte Konsens im Alltag, religiöses Übereinkommen und wirtschaftliches Miteinander hielten zehn Jahre an bis zu den Kreuzzugspogromen, 1096. Unter Christen leicht gingen Mord und Totschlag von der Hand.

Wie auch in Worms hatte der Aufruf zum Kreuzzug, 1095, grässlichste Ressentiments ausgelöst. Doch zur ganzen Geschichte gehört, dass der Bischof von Speyer sich zwischen die jüdische Gemeinschaft und den mordenden Pöbel stellte. Auch in Mainz war das ähnlich, aber hier öffneten Bürger nach zweitägiger Belagerung den Mördern die Bischofsburg.

Zur Radikalisierung während des Mittelalters trugen unter den christlichen Ordensgemeinschaften insbesondere Franziskaner und Dominikaner bei, und während die Kirche alles daran setzte, den Talmud als Ketzerei zu denunzieren und auf Scheiterhaufen zu verbrennen, gewannen Volksmythen an Einfluss, ab 1144 in England, in Deutschland von 1247 an. Seitdem Schreckenserzählungen von der Tötung von Christenkindern, von Ritualmorden, der Hostienschändung, der Brunnenvergiftung.

Die Bedeutung der SchUM-Gemeinden kann gar nicht hoch genug veranschlagt werden

Diese Infamie trat erst im 14. Jahrhundert auf, rasend beherrschte sie die Köpfe in den Pestpogromen, in denen Juden zu Tausenden niedergemacht wurden. Kein Pogrom, dem nicht eine Pegidastimmung vorausgegangen wäre, dessen Verschwörungslegenden gerade Bürgerschaft, der niedere Klerus und der Pöbel in Umlauf brachten. Dabei besonders aggressiv das Ressentiment gegen das Wissen, Expertenwissen zumal – eine Konstante bis heute. Zudem das Buchwissen, wie es den erwiesenermaßen besser gebildeten Juden von christlicher Seite entgegenschlug.

Zu sehen heute noch die Bedeutung, die die SchUm-Städte für die Bildung der jüdischen Gemeinden hatte. Im Judenhof von Speyer ist deren Weisen nicht nur ein Denkmal gewidmet, vielmehr lassen die Reste, Mauern und Fundamente auf feste Einrichtungen einer firm gebildeten Gemeinde schließen. In Worms ist es das Raschi-Haus, benannt nach einer Großmacht der Bibelexegese. Von 1040 bis 1105 lebend, hinterließ er sein Hauptwerk, den Kommentar zum Talmud, als erstes hebräisch gedrucktes Buch in den 1470er Jahren.

Aus dem Schutt der Jahrhunderte haben sie in Worms, Mainz und Speyer Spolien oder Ziegel bergen können, Monumente oder Unscheinbares. In den hinterlassenen Büchern fixiert ist eine erstaunliche Rechtsprechung: Familienrecht, Erbschaftsrecht, ein Scheidungsrecht, das den Mann nicht bevorzugt. Die Bedeutung der SchUM-Gemeinden kann gar nicht hoch genug veranschlagt werden, seit dem letzten Jahrzehnt des elften Jahrhunderts waren sie nicht nur Sinnbild jüdischer Gelehrsamkeit, sondern gelebter religiöser Reformen, auf den Weg gebracht von jüdischen Frühaufklärern, die die Vielehe verurteilten, was im erklärten Widerspruch zu biblischen Vorbildern stand. Das Briefgeheimnis wurde begründet – und der Frau eine Eigenexistenz zubilligt.

Unbedingt außergewöhnlich der Status der Frauen, ablesbar an den verbliebenen Mauern in Speyer, wo neben der Männersynagoge seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts eine „Frauenschul“ existierte. Auch wenn man sich auf der Anlage vielerlei vorstellen muss, um ein Bild davon zu bekommen, wie in Frauenschul und Synagoge unter einer Holzbalkendecke unter einem steilen Giebeldach der Gottesdienst abgehalten wurde, so ist kein Abstraktionsvermögen vonnöten, wenn man vor der Mikwe von Speyer steht, an ihrer Oberfläche so etwas wie eine gewölbte Truhe.

Steil hinunter über schiefe Stufen geht es in ein Schatzkästlein der Bauzier. Das Rechtschreibprogramm mag das ihm fremde Wort rot unterschlängeln - dennoch geht es in die Tiefe durch ein romanisches Rundbogenportal. Das Tympanon mit diagonal gesetzten Sandsteinquadern, das Treppenhaus von einer Halbtonne überwölbt, an der Stirnseite von einem Okulus (Okulus!) belichtet, führen die Stufen, Schritt für Schritt feuchter werdend, in einen Vorraum, überfangen von einem Kreuzgratgewölbe, das auf vier Kämpfern mit unterschiedlichen Kapitellen aufliegt.

Ein Wunder, dass das tausendjährige SchUM das Dritte Reich überlebt hat

Wer wollte hier, Jüdin und Jude, nicht zur rituellen Reinigung hinabsteigen – gleichsam schreiten, ein Gemeindemitglied unter gleichen. Ein Grund zum Neid auf das Judentum? Zu den SchUM-Reformen gehörte, dass ein Rabbi Meir von Rothenburg nicht nur über 1000 Talmudkommentare verfasste, sondern bei seinem gesetzlichen Wirken die Privilegien der Ältesten und Gelehrten anzweifelte. Mit dem Ergebnis, dass er in den Gemeinden das Mehrheitswahlrecht durchsetzte.

Begraben liegt Meir auf dem „Heiligen Sand“ von Worms, was ein Wunder ist angesichts der Erpressungen, die man von christlicher Seite mit ihm vorhatte. Vielleicht sollte man betonen, dass man in der Geschichte der SchUM-Städte auch Belege gelebter Koexistenz zwischen Christen und Juden findet, einer immerhin leidlichen Nachbarschaft – das Ende des Rabbi Meir von Rothenburg belegt christliche Heimtücke.

Sein Ende zeigt, wie häufig Schutz schnöder Art war. Als Reaktionen auf die Repressionen entschlossen sich Juden zur Auswanderung ins Heilige Land, ein Vorhaben, dass König Rudolf von Habsburg 1286 gar nicht gefiel aus fiskalischen Gründen. In Meir von Rothenburg wurde der Anstifter und Verantwortliche für den Steuerausfall verantwortlich gemacht. Eingekerkert starb er 1293, wie auf seinem Grabstein in Worms zu lesen, als Geisel, für die die jüdische Gemeinde ein irrwitziges Lösegeld aufbringen sollte. Meir untersagte den Deal während seiner sieben Jahre im Kerker. Erst nach seinem Tod brachte ein Alexander ben Schlomo von Wimpfen für die Auslösung des Leichnams sein gesamtes Vermögen auf, es heißt 20 000 Mark in Silber, um ihm eine letzte Ruhestätte im „Heiligen Sand“ von Worms zu verschaffen – wo beide begraben liegen, seit 700 Jahren unter zwei unmittelbar benachbarten Grabsteinen.

Es ist ein Friedhof, der berühmt ist auch für seinen „Martin-Buber-Blick“, so 1933 getan durch den jüdischen Religionsphilosophen über den „Heiligen Sand“ vor dem Hintergrund des Wormser Doms. Wie sollte Buber ahnen, was sich neun Jahre später gleichsam in seinem Rücken abspielen würde, auf der Bahnlinie unmittelbar angrenzend an den Friedhof. Seit 1942 führten die Gleise gleich neben dem Judenfriedhof in den Tod. Entsetzliche Gleichzeitigkeiten durch zusammenschnurrende Zeiträume.

Seit dem hohen Mittelalter hat der Antijudaismus zwanghaft seine Vorurteile verbreitet von Brunnenvergiftern, Kindsmördern – von der „Judensau“, als Relief angebracht an Kirchen. Oder in Mainz, am Westlettner des Doms, in der Darstellung des Jüngsten Gerichts durch einen solchen Virtuosen mittelalterlicher Bildhauerei wie den Naumburger Meister, der nach dem Vorbild des Neuen Testaments die „Kette der Verdammten“ meißelte, die Verfluchten erkennbar an ihrem Judenhut.

Verteufelung: Stein für Stein. Entrechtung, Erpressung, Entmenschlichung, ein entfesselter Judenhass in den Pestpogromen seit 1349, von den Nazis schließlich mit Massenvernichtungswaffen der Moderne exekutiert. Umso mehr ein Wunder, dass das tausendjährige SchUM das Dritte Reich überlebt hat. Durchgestanden haben Steine, es sind Spuren auf schmaler Flur.

Eines der romanischen Wunderwerke der SchUM-Architektur, die Mikwe von Speyer.

Worauf also sollte Verlass sein für das Judentum, zumal in der Zeit eines neuerlich unverhohlenen Antisemitismus. Worauf immer schon, wenn nicht auf das eigene Wort, verblieb es doch selbst auf der Wanderschaft als Besitz, als bewegliche Habe – ein Gedanke, der auch in die Gestalt der Neuen Synagoge Mainz Eingang fand.

Blaugrün schimmerte vorgestern an einem makellosen Julisommertag das Bauwerk zwischen den Bäumen, unter den Blättern des Synagogenplatzes, eine stark geriffelte Fassade aus Keramik. Bei aller dekonstruktivistischen Exzentrik des Baukörpers vermochte ihn Manuel Herz 2010 in die gründerzeitliche Umgebung zu integrieren, mit einem aus der Blockrandbebauung zurücktretenden Vorplatz, offen zugänglich, ohne Betonsperren. Stattdessen verweisen Säulen auf die Vorgeschichte, den Vorgängerbau, der durch das Pogrom von 1938 niedergemacht wurde. Der Gedanke, dass das Wort Macht habe, gestaltete die Silhouette der Fassade, nachempfunden wurde das scharfe Zickzack dem hebräischen Wort „Kaduschah“, was so viel wie „erhöhen“, „heiligen“ oder „segnen“ bedeutet. Ein Haus aus Buchstaben? Ein Gedankengebäude allemal, in Erinnerung an einem weiteren Weisen vom Rhein, Gershom ben Jehuda, um 1040 in Mainz gestorben, verehrt als das „Licht der Diaspora“.

Die Steine von SchUM haben viel erlebt und überstanden

Auch in Mainz haben sie einen uralten Friedhof, den „Judensand“, darauf die Ruhestätten für Rabbiner, Gelehrte, für Stifter und Wohltäter. Wie zerstreut stehen die Steine auch hier, nicht aufgereiht durch Faden und Winkelmaß, eher im Zickzack, an einem Erinnerungsort ohne Wegeführung, abfallend, zurück ansteigend. So ist jeder Rückweg ein Anstieg. Der Stein, aus „Fels gehauen zum Gedenken an R. Gershom“, der die Vielehe abschaffte und das Briefgeheimnis entwickelte, ist ein Fels aus dem 12. Jahrhundert.

Auch mit dem schillernden Synagogenzentrum ist so etwas wie ein Gedenkstein entstanden. In seiner gezackten Felsenarchitektur untergebracht auch eine Verwaltung, eine Bibliothek, Gemeinschaftsräume – vom Foyer aus rechter Hand der Gebetraum, goldfarben gehalten, geflutet von Licht. So massiv das Holzmobiliar, auf einer Art von Freischwingern nimmt die Gemeinde Platz, ein jedes Mitglied in prekärem Gleichgewicht? Kein rechter Winkel, angefangen mit den abgeschrägten Pulten für Hände und Schriften, bis hin zu den schrägen Decken, die das Licht wie ein Trichter in den Raum führen, auf die mittige Bima fokussieren – wie zwei Segel, Zeltbahnen? Manuel Herz, Schüler des Dekonstruktivisten Daniel Libes-kind, ließ sich bei seinem hoch aufragenden Turm vom Motiv des Schofar leiten, des Widderhorns, zur Erinnerung an das Tieropfer anstelle des Isaak, dem der Vater, Abraham, das Messer bereits an die Kehle gesetzt hatte. Göttliches Einlenken gerade noch rechtzeitig.

Nicht nur wegen seiner Silhouette ist der Synagoge Symbolik eingeschrieben worden – auch in ihren Gebetsraum, mit einem Mosaik aus hebräischen Buchstaben, aus dem an einigen Stellen lesbare Passagen heraustreten, an den Seitenwänden, unterhalb der Frauen-empore, an der Stirnseite, über dem stämmig gerahmten Thoraschrein. Anders als die Synagoge von Speyer und die in diesen Monaten stark gestützte und geschlossene in Worms zählt diejenige in Mainz nicht zum SchUM-Erbe, als man vor 17 Jahren daranging, auf eine Unesco-Bewerbung hinzuarbeiten. Auf so etwas wie den Tag eines Weltgerichts?

Wahrhaftig nicht, dazu haben die Steine von SchUM, Grabstein, Mikwe, Synagoge, wahrhaft zu viel erlebt und überstanden, darunter die Dreiheit aus Verleumdung, Verfolgung, Vernichtung. (Christian Thomas)

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