Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Thomas Kaspar, Foto: Peter Jülich
+
Thomas Kaspar,

Chefredakteur des Jahres

Auszeichnung für Thomas Kaspar: Mut zum Widerspruch

Chefredakteur der Frankfurter Rundschau ist Chefredakteur des Jahres

Das Medienmagazin Kress vergibt einmal im Jahr die Auszeichnung für besondere journalistische Führungsleistungen. In diesem Jahr wird Thomas Kaspar von der Frankfurter Rundschau als bester Chefredakteur des Jahres ausgezeichnet. Explizit honoriert die Jury damit, dass die „engagierte Redaktion“ den Mut hatte, in der Auseinandersetzung mit Verleger Dirk Ippen diesem öffentlich zu widersprechen und sich für journalistische Unabhängigkeit einzusetzen.

Die Redaktion der Frankfurter Rundschau hatte sich einstimmig hinter das Team von Ippen Investigativ gestellt, das eine Recherche über den damaligen „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt erstellt hatte. Die Ergebnisse zum möglichen sexuellen Machtmissbrauch bei Axel Springer SE hätten im Internet und als einziger Print-Zeitung in der Frankfurter Rundschau veröffentlicht werden sollen. Durch die persönliche Intervention von Verleger Dirk Ippen durfte das Investigativ-Team die Recherchen nicht publizieren, wogegen die Redaktion der FR mit einem solidarischen Protestbrief am 19. Oktober 2021 auf der Titelseite Stellung bezogen hatte.

„Für unsere Redaktion war es eine Selbstverständlichkeit, dass wir diesen Eingriff in die journalistische Unabhängigkeit nicht akzeptieren werden“, sagt Kaspar zu den damaligen Ereignissen. „Der Vorgang war so massiv, dass wir auch mit der maximal möglichen Aufmerksamkeitswucht darauf reagiert haben“, erklärt der Chefredakteur, warum seine Redaktion auf der Titelseite den Verleger direkt kritisiert hatte.

In der Folge hatten sich viele Leserinnen und Leser mit der Redaktion solidarisiert und über Wochen in Briefen ihre Unterstützung zugesichert. Verleger Dirk Ippen hat sich inzwischen bei der Redaktion und dem Kuratorium der Karl-Gerold-Stiftung, die Mitinhaberin der FR ist, für den Eingriff entschuldigt und zugesichert, dass es in Zukunft keinerlei Einflussnahme in die redaktionelle Unabhängigkeit geben werde.

Die Auszeichnung Chefredakteurinnen des Jahres (Zeitschrift) erhielten Mateja Mögel und Anke Helle vom Magazin „Freundin“, im Bereich Digital wurde Florian Harms (T-Online) zum Chefredakteur des Jahres gekürt. Digital-Managerin des Jahres ist Tatjana Biallas von Unify/gofeminin.de, onmedia.de. TV-Manager des Jahres wurde Sascha Schwingel von Vox, Radio-Manager des Jahres ist Erwin Linnenbach von Teutocast. Vertriebsmanager des Jahres wurde Stefan Ottlitz vom Spiegel-Verlag, Vermarkter des Jahres ist Matthias Dang (Ad Alliance), Fachmedien-Manager des Jahres wurde Ludger Schulze Pals (Landwirtschaftsverlag), und Anzeigenblatt-Manager des Jahres ist Stephan Schrader (Wochenblatt-Verlag Schrader). fr

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare