Unser blauer Planet.
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Plattform radio.garden: Die Erde, ein Garten der Kommunikation

  • vonUlrich Seidler
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Wir sind nicht allein, wie radio.garden sicht- und hörbar macht.

Die Plattform radio.garden bietet eine Sammlung von Sendestationen, die mittels Internet weltweit zu empfangen sind. Solche Stationen gibt es in jedem abgelegenen Kaff. Die Macher des niederländischen Uni-Projektes kamen auf die Idee, die Sender zu sammeln und zu visualisieren: Man sieht unseren blauen Planeten in einer Dämmerstunde – die Weiten der Ozeane, die Formen der Kontinente und Inseln. Und darauf verteilt in hübschem Glühwürmchengrün leuchten die Sendeanstalten.

Tatsächlich zeigt sich die Erde – auch wenn weite Teile im Dunkeln liegen – als eine Kulturlandschaft, ein Garten der Sozialität und Kommunikation.

Mit den üblichen Navigationswischern kann man den Erdball im Weltraum drehen, hinein- und hinauszoomen. Es ist, als würde die kleine blaue Leuchtkugel selbst zu einem Radioknopf, mit dem man den Sender sucht. Durch einen Ring peilt man die Glühwürmer unten auf der Erdoberfläche an, die nach einem knisternden Moment den Weg zum Endgerät finden und lossenden. Man lauscht und fliegt weiter.

Auf diese Weise komme ich vom sibirischen Jakutsk, wo um 22.50 Uhr synthetischer Techno pumpt, nach Tofino auf Vancouver Island, wo sie um 6.52 Uhr morgens offenbar Hardrock lieben. Nach einem Abstecher zu Radio Ciudad del Mar auf Kuba, wo um 8.56 Uhr Nachrichten verkündet werden (es geht um Corona), lande ich auf Hawaii (wo eine amerikanische Heldenstimme um 4.01 Uhr Wetterdaten durchgibt).

Hier bleibe ich hängen, lausche der Stimme, die offenbar direkt von der Brücke eines Forschungsschiffs in schwerem Wetter an mein Ohr dringt, immer wieder in der Kurzwellengischt versinkend und von den Wellenkämmen an die Kraterränder der Funklöcher gehoben. Hallo, Held, ich höre dich. Wir sind nicht allein. Ich zoome raus und finde mich nachmittags, kurz nach vier in meinem Homeoffice wieder.

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