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Unter den Unterzeichnerinnen ist die österreichische Schriftstellerin Eva Menasse.
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Unter den Unterzeichnerinnen ist die österreichische Schriftstellerin Eva Menasse.

Antisemitismus

„Jerusalemer Erklärung“: Faktenbasierte Aufmerksamkeit bei der Definition von Antisemitismus

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
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In der „Jerusalemer Erklärung“ wir eine zeitgemäße Definition des Antisemitismus vorgelegt.

In einer gemeinsamen Erklärung haben sich mehr als 200 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, darunter zahlreiche prominente Namen aus Geschichtswissenschaft, Judaistik und Holocaustforschung, um eine neue und zeitgemäße Definition des weltweit wieder wachsenden Problems des Antisemitismus bemüht. Die „Jerusalemer Erklärung“ heißt es darin, biete die Möglichkeit, Antisemitismus, wie er sich gegenwärtig in vielen Ländern der Welt manifestiert, zu identifizieren und die Aufmerksamkeit für diesen zu steigern.

In der „Jerusalemer Erklärung“ wird Antisemitismus als „Diskriminierung, Vorurteil, Feindseligkeit oder Gewalt gegen Jüdinnen und Juden als Jüdinnen und Juden (oder jüdische Institutionen als jüdische)“ gekennzeichnet. In insgesamt 15 Leitlinien zur Erklärung wird dies genauer definiert: Jüdinnen und Juden kollektiv für das Verhalten Israels verantwortlich zu machen und sie, bloß weil sie jüdisch sind, als Agenten Israels zu behandeln, sei antisemitisch, heißt es dort beispielsweise.

Um Differenzierung bemüht

Anders als ein umstrittener Beschluss des Deutschen Bundestages, in dem die Boykottorganisation BDS als antisemitisch eingestuft worden ist, sind die 200 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, zu denen die israelische Soziologin Eva Illouz, der italienische Historiker Carlo Ginzburg, die österreichische Schriftstellerin Eva Menasse sowie aus Deutschland etwa Aleida Assmann, Micha Brumlik und der Historiker Michael Wildt gehören, um Differenzierung bemüht. Nicht antisemitisch sei eine faktenbasierte Kritik an Israel als Staat oder der Hinweis auf systematische, rassistische Diskriminierung im Umgang mit den Palästinensern. In diesem Sinne sei die Initiative Boycott, Divestment and Sanctions (BDS) nicht per se antisemitisch.

Diese Beurteilung der BDS-Initiative sei aber nicht gleichbedeutend damit, die Bewegung für richtig zu halten, sagte Brumlik im Gespräch mit dem Deutschlandfunk Kultur. „Ich persönlich finde BDS politisch falsch“, so Brumlik. „Ich halte es für einen schweren Fehler, dass BDS auch solche israelischen Wissenschaftler, Wissenschaftlerinnen, Intellektuelle und Künstler boykottiert, die sogar gegen die Besetzung des Westjordanlands sind.“

Die Ausdifferenzierung der Antisemitismus-Definition sei wichtig, so Brumlik, damit der reale Judenhass und Rassismus nicht aus der politischen Diskussion verschwinde. Ferner kritisierte er, dass deutsche Politiker sich oft eher zu Aktivitäten des BDS äußerten als etwa zu den Attentaten von Halle und Hanau. tt

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