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Holocaust-Überlebende zum 35. Mal Uroma: „Babys sind die beste Rache an Nazis“

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Von: Lukas Zigo

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Holocaust-Gedenktag in Polen
Junge Israelis vor dem Konzentrationslager Auschwitz © Jacek Bednarczyk/dpa

Die 98-jährige Lily Ebert ist ein wandelndes Zeitzeugnis der Nazi-Verbrechen. Heute ist sie 35-fache Uroma und gibt ihre Geschichte an die junge Generation weiter.

London – Sie war eine junge Frau, als sie 1945 von den Alliierten aus deutscher Zwangsarbeit befreit wurde. Nun ist die 98-jährige Lily Ebert bereist zum 35. Mal Urgroßmutter geworden. Die in London lebende Ebert sagte der Nachrichtenagentur PA, es sei für jede Urgroßmutter etwas Besonderes. Für sie als Überlebende der Shoah sei es umso spezieller. „Ich hätte nie gedacht, dass ich das schaffe. Ich musste zuallererst überleben, dann dieses Alter erreichen. Die Nazis wollten uns töten, und wir haben gezeigt, dass es ihnen nicht gelingt.“

Die 1923 in Ungarn geborene Ebert wurde 1944 mit ihrer Familie in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Dort wurde ihre Mutter, ihr jüngerer Bruder und eine Schwester ermordet. Ebert kam mit zwei weiteren Schwestern nach vier Monaten zur Zwangsarbeit in eine Munitionsfabrik bei Leipzig, wo sie von US-Truppen befreit wurde. Sie gelangte 1967 über die Schweiz und Israel mit drei Kindern nach England, wo sie noch heute lebt.

Dov Forman betreibt einen TikTok Account und hat ein Buch mit ihr geschrieben

„Babys sind die beste Rache an den Nazis“, zitierte Dov Forman (18) seine Urgroßmutter in einem Tweet, den schon mehr als 145.000 Nutzer mit einem Like versahen (Stand 16.00 Uhr, 18.01.2022). Für Ebert betreibt Forman einen TikTok-Account mit über 1,6 Millionen Followern und hat mit ihr gemeinsam ein Buch herausgebracht, zu dem Prinz Charles das Vorwort beisteuerte.

„Sie hat ihr ganzes Leben der Aufklärung über den Holocaust gewidmet“, sagte Forman. Gemeinsam mit andren Überlebenden der Shoah habe seine Uroma Schulen, Unternehmen und Organisationen besucht. „Ich habe mir selbst versprochen: Solange ich lebe, werde ich künftigen Generationen meine Geschichte erzählen“, sagte Ebert. (lz/dpa)

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