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Der französische Historiker Marc Ferro 2025.
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Der französische Historiker Marc Ferro 2025.

Geschichte des 20. Jahrhunderts

Ein Leben mit dem großen Tod

  • Christian Thomas
    vonChristian Thomas
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Der Historiker Marc Ferro ist im Alter von 96 Jahren gestorben.

Der „Große Krieg“ war sein Lebensthema, ein zentrales Sujet seiner Forschungen unter zahlreichen Stoffen, denn der Erste Weltkrieg begründete als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts ein Jahrhundert der Gewalt, der Extreme, der Verbrechen gegen die Menschheit.

Marc Ferro, 1924 in Paris geboren, beschäftigte sich mit ihnen nicht nur aus der Perspektive des Historikers, sondern war, als Mitglied der „Résistance“ während des Zweiten Weltkriegs, ebenso mit dem Tod konfrontiert wie durch die Ermordung seiner jüdischen Mutter in Auschwitz.

Marc Ferro, der jetzt, erkrankt an Covid-19, im Alter von 96 Jahren gestorben ist, gehörte in der großen Schule der französischen „Annales“, die auf die Gründung von Marc Bloch im Jahre 1929 zurückgeht, zu den großen Exponenten. Seit 1964 beschäftigt mit einem monumentalen Filmprojekt über den Ersten Weltkrieg, zwangsläufig einer Dokumentation über das Sterben, die in beiden Ländern, in Frankreich und Deutschland, ausgestrahlt wurde, wertete Ferro das von der Geschichtswissenschaft bis dahin vernachlässigte Medium auf.

Wo wenn nicht im Film sollte sich, indem er Zeitzeugen und -zeuginnen zu Wort kommen ließ, im Sinne der „Annales“ Mentalitätsgeschichte schreiben lassen, ähnlich wie auch durch Jacques Le Goff oder Pierre Nora, zwei weitere Repräsentanten der dritten Generation dieser Schule.

Zudem als Kenner der UdSSR, schließlich auch des Kolonialismus als einer weiteren entsetzlichen Variante einer allgemeinen Gewaltgeschichte wurde Marc Ferro nicht nur vielfach geehrt. Beliebt als Moderator, etwa auf Arte, war er mit seiner Sendung „Die Woche vor 50 Jahren“ jahrelang eine feste Größe.

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